Nach Monaten unter Druck scheint die Aktie des US-Krankenversicherungsriesen UnitedHealth wieder Tritt zu fassen. Der Einstieg von Warren Buffett über seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway und eine Welle optimistischer Analystenstimmen haben den Kurs zuletzt stabilisiert. Doch die entscheidende Bewährungsprobe steht kurz bevor.
Der legendäre Investor gilt für viele als Indikator für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens – und sein Einstieg bei UnitedHealth wurde von Marktbeobachtern als klares Vertrauenssignal gewertet. Nach einem Absturz von über 40 % seit dem 52-Wochen-Hoch bei rund 630 US-Dollar hatte sich die Aktie zwischenzeitlich bis auf unter 370 Dollar abgeschwächt. Inzwischen hat sie sich spürbar erholt.
Das Management bekräftigte im September auf Investorenkonferenzen seine Prognose von mindestens 16 Dollar Gewinn je Aktie (bereinigt) für das laufende Jahr. Damit würde das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei etwa 23 liegen – kein Schnäppchen, aber ein deutliches Zeichen der Stabilisierung.
Besonders positiv äußerten sich die Experten von Bernstein Research: Sie hoben das Kursziel von 379 auf 433 Dollar an und beließen die Einstufung auf „Outperform“. UnitedHealth sei „attraktiv bewertet“ und dürfte in den kommenden Jahren eine überdurchschnittliche Erholung des Gewinnwachstums pro Aktie erleben.
Trotz des vorsichtigen Optimismus warnen Analysten zugleich vor zu viel Euphorie: Das Vertrauen der Anleger müsse erst zurückgewonnen werden – und der Markt reagiere derzeit sensibel auf selbst kleinste Enttäuschungen.
Am 28. Oktober legt UnitedHealth seine Zahlen für das dritte Quartal vor. Dann wird sich zeigen, ob Buffett erneut den richtigen Riecher hatte – oder ob die jüngste Kurserholung nur eine Zwischenrally war.
Sollten die Ergebnisse überzeugen, könnte die Aktie ihren Aufwärtstrend festigen. Doch bei einer erneuten Prognosekürzung droht eine scharfe Gegenreaktion. Anleger tun also gut daran, die nächste Bilanzveröffentlichung genau im Blick zu behalten – und vorerst vorsichtig zu bleiben.




