Nach schwachen Verkaufszahlen im Sommer richtet sich der Blick nun auf den 29. Oktober, wenn Mercedes-Benz seine Zahlen für das dritte Quartal vorlegt. Analysten erwarten ein gemischtes Bild: Während die Nachfrage in China und im Elektrosegment schwächelt, könnte der Premiumhersteller dank strikter Kostendisziplin und Modellmix dennoch solide Gewinne vorweisen.
Beim jüngsten Pre-Close-Call mit Analysten bekräftigten mehrere Banken ihre Einschätzungen. Jefferies hält an einem „Hold“ mit Kursziel 55 Euro fest. Analyst Philippe Houchois lobte die konsequente Fixkostenkontrolle und den profitablen Fokus auf Premium-Modelle, warnte jedoch, dass Mercedes nun das untere Ende seiner Margenziele anpeile.
Auch die RBC bleibt mit „Sector Perform“ bei 55 Euro Kursziel. Analyst Tom Narayan verweist auf die zunehmende Konkurrenz in China, vor allem durch heimische E-Auto-Hersteller. Die dortige Absatzschwäche belaste kurzfristig die Erwartungen, so Narayan, sei aber kein strukturelles Problem.
Deutlich optimistischer zeigt sich JPMorgan: Das Institut bewertet die Aktie mit „Overweight“ und Kursziel 68 Euro. Analyst Jose M. Asumendi hebt hervor, dass Mercedes den Restrukturierungsplan schneller als erwartet umsetze und der Vans-Bereich wichtige Ergebnisbeiträge leiste.
Nach einem schwierigen Jahresstart hat sich die Aktie zuletzt stabilisiert, notiert aber weiter deutlich unter ihren Hochs. Eine echte Trendwende hängt nun davon ab, ob Mercedes seine Profitabilität trotz Absatzproblemen halten kann – und wie stark das China-Geschäft tatsächlich schwächelt.
Anleger bleiben daher vorerst zurückhaltend. Erst die Quartalszahlen Ende Oktober werden zeigen, ob Ola Källenius’ Sparkurs den gewünschten Effekt bringt – oder ob der Premiumkonzern vor einer härteren Landung steht.



