Private Equity steckt im Fundraising-Tief: zu viele Fonds, zu wenig Liquidität, trotz historischer Rabatte bleibt Kapital aus.
Private-Equity-Firmen verzeichnen das schwächste Fundraising seit sieben Jahren. Laut Daten von Preqin sammelte die Branche in den zwölf Monaten bis Juni lediglich 592 Mrd. Dollar ein – ein Rückgang um fast ein Drittel gegenüber dem Rekordjahr 2021.
Auffällig ist, dass der Einbruch trotz massiver Rabattaktionen erfolgte. Management Fee Cuts, Early-Bird-Discounts für schnelle Zusagen und die Rückzahlung von Transaktionsgebühren sind inzwischen Standard. „Es gibt einfach zu viele Private-Equity-Manager, die Kapital suchen“, sagt Marco Masotti von Paul Weiss. Er spricht von einem „Smorgasbord an Rabatten“, das den Druck auf die Gebühren weiter verschärft. Bain & Co. zufolge sind die Netto-Managementgebühren seit der Finanzkrise bereits um rund die Hälfte gefallen.
Das Grundproblem liegt jedoch weniger im Preis, sondern im fehlenden Kapitalrückfluss. 2023 gaben Private-Equity-Firmen nur 11 Prozent der verwalteten Vermögenswerte an ihre Investoren zurück – der niedrigste Wert seit 2009. Viele Limited Partners verweigern daher schlicht neue Zusagen, solange bestehende Fonds keine Ausschüttungen liefern. „Nach drei Jahren ohne Liquidität ist das Regelwerk für Fundraising neu geschrieben worden“, sagt Richard von Gusovius von Campbell Lutyens.
Hinzu kommt die politische Unsicherheit. Trumps neue Zölle bremsten das Geschäft bereits im ersten Quartal aus. Laut einer Umfrage von Campbell Lutyens wollten ein Drittel der institutionellen Investoren ihr Engagement im Private-Equity-Markt deshalb verlangsamen, acht Prozent sogar ganz aussetzen.
In Europa verschärft die gleichzeitige Kapitalaufnahme mehrerer Großakteure die Lage. Advent will mehr als 25 Mrd. Dollar einwerben, Permira rund 17 Mrd. Euro, Bridgepoint etwa 8 Mrd. Euro. Parallel suchen BC Partners, Astorg und Inflexion jeweils zwischen 3 und 5 Mrd. Euro. „So überfüllt wie jetzt habe ich den europäischen Markt noch nie erlebt“, sagt Sunaina Sinha Haldea von Raymond James.
Ein Bericht von Raymond James zeigt, dass weltweit rund 1.500 Buyout-Fonds derzeit 474 Mrd. Dollar anstreben. Berater warnen jedoch, dass viele dieser Fonds ihre Zielgrößen verfehlen werden. Investoren prüfen Manager inzwischen nüchterner – entscheidend sei, ob ein Fonds „fit for the future“ sei, so Gabrielle Joseph von Rede Partners.



