Der niederländische Halbleiterausrüster ASML hat SAP als wertvollsten Konzern Europas abgelöst. Mit 266 Milliarden Euro Marktkapitalisierung überholten die Niederländer den Software-Riesen – angetrieben von der enormen Nachfrage nach KI-Chips.
Am Donnerstag schloss die Aktie von ASML in Amsterdam bei 686 Euro. Bei 388,4 Millionen ausstehenden Aktien ergibt das eine Marktkapitalisierung von 266 Milliarden Euro. Zum Vergleich: SAP kam mit einem Kurs von 219,50 Euro und 1,175 Milliarden Aktien nur noch auf 258 Milliarden Euro.
Damit verliert SAP, das noch im Frühjahr die Spitze übernommen hatte, den Titel des wertvollsten europäischen Unternehmens an ASML.
Die Börsenbewertung zeigt die tektonische Verschiebung im globalen Tech-Sektor. ASML liefert die hochspezialisierten Lithografiesysteme, die für die Fertigung modernster Chips unverzichtbar sind. Auch Nvidia, mit 3,7 Billionen Euro Börsenwert das wertvollste Unternehmen der Welt, ist auf ASML-Technologie angewiesen.
Während SAP unter Druck steht, sich im Zeitalter der KI neu zu positionieren, profitiert ASML von der Rolle als Schlüsselzulieferer: Egal ob Cloud-Rechenzentren, Smartphones oder KI-Beschleuniger – ohne die Maschinen aus den Niederlanden läuft die Produktion nicht.
Die Aktie des Walldorfer Konzerns hat seit Juni deutlich nachgegeben. Viele Anleger zweifeln daran, ob SAP vom KI-Boom profitieren kann oder ob neue Systeme Teile des Software-Portfolios verdrängen könnten. Zwar wächst das Cloudgeschäft, doch das Narrativ einer klaren KI-Strategie fehlt bislang.
Der Machtwechsel zwischen SAP und ASML ist nicht nur ein Konzernvergleich, sondern ein Signal: Europas wertvollstes Unternehmen sitzt jetzt in der Halbleiterindustrie – einem Sektor, der im Zentrum globaler Zukunftstechnologien steht.
Deutschland verliert damit seinen Spitzenplatz, während die Niederlande mit ASML zeigen, wie sich eine klare technologische Führungsrolle auch in der Börsenbewertung widerspiegelt.




