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Lexikon

Nachhaltiges Investieren nach ESG, SRI und SDG

Nachhaltigkeit und die Einhaltung verschiedener Kriterien hat in den letzten Jahren immer mehr an Aufmerksamkeit gewonnen. Mit Hilfe verschiedener Kriterien oder Ratings soll es uns Investoren ermöglicht werden, gewisse Unternehmen vollständig auszuschließen und damit nicht in unser Depot zu lassen. In diesem Zusammenhang liest und hört man häufig die Abkürzungen ESG, SRI und SGD.

Kernpunkte

  1. Die Abkürzung ESG steht für Environmental Social Governance, also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung.
  2. SRI bedeutet Socially Responsible Investment und bezeichnet eine sozial verantwortliche (oder nachhaltige) Geldanlage.
  3. SGD steht für Sustainable Development Goals. Damit werden die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele der vereinten Nationen abgekürzt.
Der Trend zur Nachhaltigkeit zeigt sich auch beim Investieren.

Wie funktioniert nachhaltiges Investieren?

Bei der nachhaltigen Geldanlage ist wichtig, dass nur jene Unternehmen berücksichtigt werden, die bei all diesen Punkten gute Werte erzielen. Zusätzlich werden aber auch gewisse Branchen und Wirtschaftsbereiche komplett ausgeschlossen, die nicht zu den Prinzipien einer nachhaltigen Lebensführung passen. Das sind zum Beispiel Firmen, die wesentlich an Produktion oder Vertrieb von Alkohol, Tabak, Waffen, Atomkraft, Kohleverbrennung, Gentechnik, Glücksspiel oder Pornographie beteiligt sind.

ESG Fonds

Bei diesen Investments wird darauf geachtet, dass alle enthaltenen Einzeltitel die Kriterien einer ESG Geldanlage erfüllen. Das können entweder nachhaltige ETFs sein, die einen Index nachbilden oder aktiv gemanagte Fonds, die sich dem Thema Nachhaltigkeit verschrieben haben. Solche Fonds enthalten oft die Bezeichnung ESG im Namen, alternativ werden auch die Kürzel PRI oder SRI verwendet.

Was bedeutet ESG?

Diese Kriterien umfassen eine ganze Reihe an verschiedenen Eigenschaften, die eine Firma, ein Fonds oder eine andere Geldanlage aufweisen muss, damit sie als nachhaltig gilt. ESG umfasst dabei sowohl den Umweltschutz, als auch das Einhalten von Menschenrechten. Die Definition von ESG geht über den ökologischen Aspekt hinaus und enthält noch zahlreiche weitere ethische und soziale Kriterien. MSCI ESG Ratings und Thomson Reuters ESG Scores haben bereits eigene ESG Kriterien veröffentlicht. Im Lexikon Artikel zu den ESG-Faktoren wird detaillierter auf die einzelnen Bereiche der Kriterien eingegangen.

Kritik an ESG

Eine häufig genannte Kritik am ESG-Prinzip ist das Fehlen von gewissen Ausschlusskriterien. So kommt es vor, dass auch Unternehmen aus Bereichen der Atomenergie oder Öl-und Gas-Produzenten hier enthalten sind und als ESG-Konform gelten. Innerhalb der eigenen Branche gelten die Unternehmen dann zwar als nachhaltig, die Branche selbst steht aber insgesamt eigentlich in Konflikt mit Standards zur Einhaltung von Nachhaltigkeitsprinzipien.

Was bedeutet SRI?

SRI ist die Abkürzung für “Socially Responsible Investment.” Hier geht es um Kriterien, die eine Investition als ethisches Investment klassifizieren. Zu den vorher beschriebenen ESG Kriterien unterscheidet sich ein Investment nach SRI Kriterien durch seine Fokussierung auf „Negativkriterien“. Diese führen zum Ausschluss von Unternehmen, die als “einer sozial und/oder ökologisch nachhaltigen Entwicklung entgegenstehend” eingestuft werden. Als Beispiele gelten hier Atomkraft, Kinderarbeit und die Rüstungsindustrie. SRI-Kriterien gelten allgemein als die “strengere Variante” – hier werden die KO-Kriterien stärker angewendet als bei einem Filter nach ESG-Kriterien

Kritik an SRI

Auch zu SRI-Kriterien wird häufig noch das Wort “Greenwashing” benutzt. Für die einen sind die SRI-Kriterien der einzig vertretbare heilige Grahl, für die anderen auch nur ein weiterer Filter.

Was bedeutet SDG?

Die Abkürzung steht für “Sustainable Development Goals”. Es handelt sich dabei um 17 nachhaltige Entwicklungsziele, die von den vereinten Nationen (United Nations) aufgestellt wurden. Damit sollen nachhaltige Entwicklungen auf ökonomischer, sozialer und ökologischer Ebene abgedeckt werden. Hier findet ihr weitere Informationen dazu.

Die 17 Ziele der vereinten Nationen

Ziel 1: Armut in jeder Form und überall beenden
Ziel 2: Ernährung weltweit sichern
Ziel 3: Gesundheit und Wohlergehen
Ziel 4: Hochwertige Bildung weltweit
Ziel 5: Gleichstellung von Frauen und Männern
Ziel 6: Ausreichend Wasser in bester Qualität
Ziel 7: Bezahlbare und saubere Energie
Ziel 8: Nachhaltig wirtschaften als Chance für alle
Ziel 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur
Ziel 10: Weniger Ungleichheiten
Ziel 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden
Ziel 12: Nachhaltig produzieren und konsumieren
Ziel 13: Weltweit Klimaschutz umsetzen
Ziel 14: Leben unter Wasser schützen
Ziel 15: Leben an Land
Ziel 16: Starke und transparente Institutionen fördern
Ziel 17: Globale Partnerschaft

Kritik an SDG

Kritisiert wird hier häufig, dass es den SDG Richtlinien nicht gelingen würde, die Komplexität der weltweiten Problematik erfassen zu können. Auch würden die jeweiligen Umsetzungen der Kriterien zu langsam und zu oberflächlich stattfinden.

Die Zukunft des nachhaltigen Investierens

Ob wir Kriterien benötigen, um unsere Investitionen nachhaltig zu gestalten wird immer wieder in Frage gestellt. Denkbar ist auch der Ansatz, dass nicht nachhaltige Unternehmen in einer bewussten Zukunft ohnehin keine Chance mehr haben können oder zum Handeln nach diesen Richtlinien gezwungen werden um am Markt bestehen zu können.

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