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Lexikon

Decentralized finance (DeFi)

Decentralized finance (kurz DeFi) ist eine Möglichkeit, um Finanzgeschäfte ohne Banken zu tätigen. Stattdessen werden die Transaktionen über die Blockchain mit sogenannten smart contracts (deutsch: schlaue Verträge) abgewickelt. Diese Technologie hat das Potenzial, die Bankenlandschaft nachhaltig zu verändern.

  1. Der Großteil der DeFi-Geschäfte wird über die Kryptowährung Ethereum abgewickelt.
  2. Aktuell befinden sich circa 100 Milliarden Dollar an Kapital in DeFi-Geschäften und DeFi-Verträgen.
  3. Das Segment der dezentralen Finanzgeschäfte wächst sehr schnell.

Das klassische Bankengeschäft

Banken hatten und haben die Aufgabe, als Intermediär bei Geschäften tätig zu werden. Diese Rolle wird an folgendem Beispiel verdeutlicht.

Person A möchte sich gerne 500.000 € leihen, um ein Haus zu bauen. Person B hat 500.000 € geerbt und möchte dieses Geld für sich arbeiten lassen. Jetzt wäre eine Option, dass sich A und B treffen und gemeinsam einen Vertrag über den Kredit aushandeln. Dies ist aber sehr unpraktisch. Die beiden Personen müssen sich erstmal finden, müssen sich dann noch vertrauen und auch noch Anwälte für die Aufsetzung der Verträge bezahlen. Zudem ist die Wirkung eines möglichen Ausfalls (A verliert den Job und kann das Geld nicht mehr zurückzahlen) sehr hoch.

Sinnvoller ist es, eine Bank als Intermediär zu benutzen. So kann sich A von dem Finanzkonzern die 500.000 € ausleihen. Dort hat er dann einen direkten Ansprechpartner und kommt mit deutlich geringerem Aufwand an seinen Kredit.

Person B kann seine 500.000 € auf ein Konto der Bank einzahlen und erhält dafür Zinsen. Das Finanzinstitut kann dann das Geld von B an A weiterverleihen.

Das Risiko des Verlustes bei einem Ausfall wird so an die Bank weitergegeben.

Bei dieser Methode erwirtschaftet die Bank einen Gewinn durch die Zinsdifferenz. Während A zum Beispiel 3 % Zins pro Jahr zahlen muss, bekommt B nur 2 % pro Jahr Zinsen auf sein Kapital gutgeschrieben. Die Differenz (1 %) ist der Gewinn der Bank.

Moderne DeFi-Methode

Wie oben bereits beschrieben, verlangt die Bank für ihren Service als Intermediär eine „Gebühr“ (die Zinsspanne). Dieser Gewinn der Bank reduziert den Ertrag von A und B. Wenn sich beide ohne die Bank träfen, könnten sie einen Kreditzins von 2,5 % pro Jahr aushandeln. So muss A 0,5 % weniger zahlen und B bekommt 0,5 % mehr. Für beide ist dies eine Verbesserung der Situation.

Das Problem dabei ist, dass sich A und B finden und dann vor allem vertrauen müssen. Damit solche dezentralen Geschäfte funktionieren, benötigt es eine Methode, welche für das notwendige Vertrauen sorgt.

Diese Technologie sind die sogenannten smart contracts. Diese kann man sich wie einzelne Transaktionen bei einer Kryptowährung vorstellen. Die Ausführung dieser Verträge geht automatisch und gilt aktuell als nicht-hackbar.

Die Speicherung dieser smart contracts erfolgt über eine Blockchain.

So könnten zum Beispiel Person A und Person B einen smart contract abschließen. Die Programmierung dessen verhindert Betrug und sorgt somit für das notwendige Vertrauen.

Aus dem Beispiel geht hervor, dass diese Möglichkeit das klassische Geschäftsmodell von Banken disruptieren kann. Wenn sich smart contracts breit durchsetzen, wird sich die Bankenlandschaft stark ändern.

Aktuelle Herausforderungen der DeFi

Noch steckt diese Technologie in den Kinderschuhen. Aus diesem Grund sind Fehler in der Programmierung von DeFi-Protokollen noch häufig. Diese Lücken können für betrügerische Handlungen ausgenutzt werden.

Diese Betrüge können extern oder intern sein. Bei externen Betrügen greifen Hacker das Programm an und versuchen so Geld zu stehlen. Dies kann auch sehr seriösen DeFi-Programmen passieren.

Bei internen Betrügen wird die DeFi-Software von Anfang an so ausgelegt, dass die Ersteller Geld von den Teilnehmern stehlen. Dies geht, da die Programmierer meist anonym tätig sind. Somit ist die Nachverfolgung einer solchen Straftat sehr schwer.

Auf was müssen Privatanleger achten?

Dezentrale Finanzgeschäfte haben das Potenzial, die Finanzwelt nachhaltig zu verändern. Aktuell (Stand Dezember 2021) müssen DeFi-Geschäfte aber noch sehr kritisch beurteilt werden. Das Risiko, betrogen zu werden, ist deutlich erhöht.

Langfristig kann sich dies aber zu einer sinnvollen Alternative oder Ergänzung zu klassischen Banken entwickeln.

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