TPG und Blackstone streben mit einem Übernahmeangebot für Bausch + Lomb ein bedeutendes Private-Equity-Deal an, um das Unternehmen von der Schuldenlast des Mutterkonzerns zu befreien.
Die Private-Equity-Gruppen TPG und Blackstone arbeiten gemeinsam an einem Übernahmeangebot für das Augengesundheitsunternehmen Bausch + Lomb. Sollte der Deal zustande kommen, könnte er zu den größten Private-Equity-Buyouts des Jahres zählen, mit einem Unternehmenswert inklusive Schulden von 11,5 Milliarden US-Dollar zum Handelsende am Freitag.
Bausch + Lomb steht zum Verkauf, um eine Trennung vom stark verschuldeten Mutterkonzern Bausch Health zu ermöglichen. Während mehrere andere Private-Equity-Fonds ihr Interesse zurückgezogen haben, gelten TPG und Blackstone seit der geplanten Börsennotierung des Unternehmens im Jahr 2022 als führende Interessenten. TPG besitzt bereits das Augenarztunternehmen BVI Medical, was ihre langjährige Neigung zu Übernahmen in diesem Sektor unterstreicht.
Die Angebotswerte sollen sich laut Quellen auf ein Enterprise Value zwischen 13 und 14 Milliarden US-Dollar belaufen, was bis zu 25 US-Dollar pro Aktie entspricht. Im New Yorker Handel reagierte der Markt positiv: Die Aktie von Bausch + Lomb stieg seit Beginn des Verkaufsprozesses durch die Financial Times um mehr als ein Drittel und nähert sich damit den höchsten Tageskursen seit Juli 2023 an.
Der Hintergrund der Übernahme liegt in dem Bestreben, den Konflikt zwischen Aktionären und Gläubigern von Bausch Health zu lösen, die 88 % des Unternehmens halten. Brent Saunders, CEO von Bausch + Lomb, ist bekannt für die erfolgreiche Übernahme von Allergan durch AbbVie im Jahr 2020 für 63 Milliarden US-Dollar, was sein Renommee als versierter Dealmaker unterstreicht.
Formelle Angebote werden bis Ende des Monats erwartet, wobei ein Abschluss des Deals jedoch noch unsicher bleibt. Der Prozess stößt auf Widerstand seitens großer Gläubiger wie Apollo Management und Elliott Management, die die Übernahme behindern könnten. Eine erfolgreiche Transaktion würde Bausch Health ermöglichen, seine Schuldenlast von 21 Milliarden US-Dollar zu reduzieren, insbesondere die 2,4 Milliarden US-Dollar fällige feste Darlehen im kommenden Jahr.
Bausch + Lomb erwirtschaftet für das Jahr 2024 voraussichtlich einen bereinigten EBITDA von fast 860 Millionen US-Dollar aus Umsätzen von 4,7 Milliarden US-Dollar, wobei der Großteil der Einnahmen aus dem Verkauf von Kontaktlinsen und Medikamenten wie Xiidra und Miebo stammt. Herausforderungen bestehen weiterhin durch den Patentablauf von Schlüsselmedikamenten wie Xifaxan im Jahr 2029 sowie anhaltende Rechtsstreitigkeiten, die die finanzielle Stabilität des Unternehmens belasten.
Der mögliche Verkauf könnte neue Investitionen ermöglichen, doch bleibt unklar, wie die Erlöse von den Hauptaktionären wie Carl Icahn und John Paulson genutzt würden. Ein spezieller Dividendenausstoß nach Schuldentilgung könnte auf Widerstand bei den Gläubigern stoßen und die Verhandlungen weiter verkomplizieren.



