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Yen-Verfall: Mögliche Intervention von Japan und USA im Fokus

  • Der Yen-Verfall sorgt für Nervosität in Tokio und Washington, mögliche Interventionen werden diskutiert.
  • Ökonomen warnen vor den Kosten und der begrenzten Wirkung von Devisenmarktinterventionen.

Der anhaltende Verfall des Yen rückt Japans Währungspolitik ins Zentrum der globalen Finanzmärkte. Hinweise auf eine mögliche gemeinsame Stützungsaktion von Bank of Japan und US-Notenbank mehren sich, doch deren Wirkung könnte begrenzt sein.

Seit fast einem Jahr befindet sich der Yen in einem Abwärtstrend. Der Kursverfall gegenüber dem US-Dollar hat in Tokio politische Nervosität ausgelöst. Die US-Notenbank hat sogenannte „Rate Checks“ durchgeführt, ein Vorwarnsignal für mögliche Interventionen.

Vertreter der japanischen Regierung betonen, die Devisenmärkte mit „Dringlichkeit“ zu beobachten und stehen in engem Austausch mit den US-Behörden. Premierministerin Sanae Takaichi kündigte Maßnahmen gegen „spekulative Bewegungen“ an.

Eine koordinierte Aktion zwischen Japan und den USA wäre historisch. Zuletzt griffen beide Länder nach der Fukushima-Katastrophe gemeinsam am Devisenmarkt ein, damals zur Bremsung einer Yen-Aufwertung.

Die Aussicht auf ein solches Vorgehen hat den Markt bewegt. Der Yen wertete binnen weniger Tage von über 159 auf rund 153 Yen je Dollar auf. Für den Aktienmarkt in Tokio wirkte die Aufwertung belastend.

Ökonomen mahnen zur Vorsicht. Devisenmarktinterventionen sind teuer und nicht garantiert erfolgreich. Die Bank of Japan müsste große Teile ihrer Währungsreserven einsetzen, um Dollar zu verkaufen und Yen zu kaufen.

Erfahrungen zeigen, dass selbst Interventionen im Umfang von 100 Milliarden Dollar den Trend nur temporär brechen konnten. Entscheidend sei, ob die fundamentalen Ursachen der Yen-Schwäche adressiert würden.

Neben der Geldpolitik rückt auch die Finanzpolitik in den Fokus. Steigende Anleiherenditen und Sorgen über staatliche Ausgaben setzen den Yen unter Druck. Glaubhafte fiskalische Disziplin könnte die Währung stabilisieren.

Die Signale aus Tokio und Washington haben die Alarmstufe an den Devisenmärkten erhöht. Ob es zu einem koordinierten Eingreifen kommt, bleibt offen. Ohne nachhaltige Änderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dürfte eine Intervention kaum mehr als eine Atempause bringen.

Quelle: Eulerpool Research Systems