Sympatex Technologies meldet Insolvenz an: Neustart ohne Altlasten möglich
- Sympatex Technologies meldet Insolvenz an, ein Neustart ohne Altlasten wird angestrebt.
- Ein erfahrener Insolvenzverwalter prüft Sanierungsoptionen und mögliche Verkäufe.
Der bayerische Spezialtextilhersteller Sympatex, bekannt für wasserdichte und atmungsaktive Membranen, hat Insolvenz angemeldet. Nach finanziellen Schwierigkeiten und einer umstrittenen Restrukturierung einer Mittelstandsanleihe soll ein vorläufiger Insolvenzverwalter den Betrieb stabilisieren und Zukunftslösungen prüfen.
Das Amtsgericht München hat das vorläufige Insolvenzverfahren für Sympatex Technologies GmbH eröffnet. Axel W. Bierbach, ein erfahrener Sanierungsexperte, wurde zum Insolvenzverwalter bestellt. Sein Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und Sanierungsoptionen zu prüfen.
Auch die Muttergesellschaft Smart Solutions Holding hat Insolvenzantrag gestellt. In einem separaten Verfahren wird untersucht, ob eine Restrukturierung oder ein Verkauf möglich ist.
Sympatex entwickelt seit Jahrzehnten umweltfreundliche Membranen für Outdoor-Bekleidung und technische Textilien. Trotz starker Marktposition gelang es nicht, profitabel zu wachsen. Hohe Entwicklungskosten und Preiskämpfe belasteten die Ertragslage.
Ein zentrales Problem war eine Mittelstandsanleihe von 2013. Ein drastischer Schuldenschnitt 2017 führte zu Unmut bei den Anlegern. Ein Gerichtsurteil von 2025 stellte fest, dass die Anleihegläubiger in die Irre geführt wurden.
Der Insolvenzverwalter betont die Substanz des Unternehmens: moderne Technologie und eine etablierte Kundenbasis. Ziel ist es, Sympatex über eine Sanierung oder einen Verkauf fortzuführen.
Die Insolvenz bietet die Chance auf einen Neustart ohne finanzielle Altlasten. Ob ein tragfähiges Geschäftsmodell entsteht, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.