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Erhöhte US-Zölle auf südkoreanische Waren: Auswirkungen auf Hyundai und Kia

Quelle: eulerpool

Die Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump sorgt erneut für Unruhe an den Märkten. Mit der Ankündigung, die Einfuhrzölle auf südkoreanische Waren von 15 auf 25 Prozent anzuheben, setzt Washington die Regierung in Seoul und wichtige Industriekonzerne wie Hyundai und Kia unter Druck. Besonders die Automobil- und Pharmabranche geraten damit in den Fokus eines eskalierenden wirtschaftspolitischen Konflikts.

Trump begründete den Schritt auf seiner Plattform Truth Social damit, dass das im vergangenen Jahr ausgehandelte Handelsabkommen mit Südkorea bislang nicht vom Parlament in Seoul ratifiziert worden sei. Aus Sicht des US-Präsidenten habe Südkorea damit zentrale Verpflichtungen nicht erfüllt. Die ursprünglich vereinbarten 15 Prozent Zollsatz sollen nun wieder auf 25 Prozent steigen.

Die südkoreanische Regierung zeigte sich von der Ankündigung überrascht. Nach eigenen Angaben sei sie vorab nicht informiert worden. Präsidentenamt und Industrieministerium betonten jedoch, man wolle Washington den politischen Willen zur Umsetzung des Abkommens signalisieren. Ein baldiger Besuch von Industrieminister Kim Jung Hwan in den USA ist geplant, um mit Handelsminister Howard Lutnick über eine Lösung zu verhandeln.

Südkorea exportiert in großem Umfang Fahrzeuge, Halbleiter und Elektronik in die Vereinigten Staaten. Besonders betroffen wären Autobauer wie Hyundai und Kia, für die der US-Markt einer der wichtigsten Absatzmärkte ist. Bereits die Ankündigung reichte aus, um die Hyundai-Aktie unter Druck zu setzen.

Brisant ist der Schritt auch deshalb, weil Seoul erst im vergangenen Jahr milliardenschwere Investitionen in den USA zugesagt hatte. Über mehrere Jahre sollen rund 350 Milliarden Dollar in Produktionsstätten, Batteriewerke und Halbleiterfabriken fließen, um die wirtschaftliche Partnerschaft zu vertiefen und Handelskonflikte zu entschärfen.

Die erneute Zollverschärfung fügt sich in Trumps konfrontative Handelspolitik ein, die zunehmend auch enge Verbündete trifft. Für Südkorea geht es dabei nicht nur um Exportzahlen, sondern um die strategische Position zwischen den USA und China. Eine Eskalation könnte globale Lieferketten belasten und die ohnehin fragile Stimmung an den Finanzmärkten weiter verschärfen.

Ob es zu einer schnellen diplomatischen Entschärfung kommt, hängt nun von den Gesprächen in Washington ab. Für Konzerne wie Hyundai bleibt die Unsicherheit jedoch hoch – denn höhere Zölle würden ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem US-Markt spürbar beeinträchtigen.