Chinas Preiskriege: Herausforderung für deutsche Unternehmen und globale Märkte
- Chinas Preiskriege belasten deutsche Unternehmen und globale Märkte.
- Reformen sollen Wettbewerb auf Effizienz und Innovation lenken.
Der interne Preiskampf chinesischer Konzerne entwickelt sich zu einem globalen Problem. Branchen wie Lieferdienste, Elektroautos und Solarindustrie sind betroffen. Deutsche Unternehmen spüren den Druck nicht nur in China, sondern auch in Europa und auf internationalen Märkten.
Die chinesische Regierung hat den Preiskampf zur politischen Angelegenheit erklärt. Mehrere Ministerien fordern ein Ende der Rabattschlachten. Staats- und Parteichef Xi Jinping warnte bereits vor einem „ungeordneten Niedrigpreiswettbewerb“.
In China wird dieses Phänomen als „Involution“ beschrieben. Unternehmen investieren mehr in den Wettbewerb, ohne Produktivität oder Innovation zu steigern. Sinkende Margen und Verluste verschärfen eine deflationäre Spirale.
Das Problem liegt in Überkapazitäten. Provinzen förderten dieselben Industrien, lockten Investoren mit Subventionen und schufen ähnliche Produktionsstandorte. Lokale Regierungen verhinderten Marktbereinigungen.
Das Überangebot betrifft Zukunftsbranchen wie Elektromobilität und Solarenergie. Der Wettbewerb verlagert sich vom technologischen Vorsprung auf den Preis. Selbst große Konzerne stehen unter Druck, wie Warnungen chinesischer Solarfirmen vor Milliardenverlusten zeigen.
Die Preisschlachten fördern den Export. Chinesische Unternehmen drängen mit aggressiven Preisen auf Auslandsmärkte. Der Rekordüberschuss in Chinas Handelsbilanz spiegelt diese Dynamik wider.
Für deutsche Unternehmen hat das zwei Konsequenzen: In China leiden sie unter Preisdruck, auf Drittmärkten begegnen sie aggressiven chinesischen Wettbewerbern. Besonders betroffen sind Automobil, Maschinenbau, Chemie und erneuerbare Energien.
Peking steht vor einem Balanceakt. Harte Eingriffe riskieren Insolvenzen und Arbeitsplatzverluste. Lässt man den Wettbewerb weiterlaufen, vertieft sich die Deflation und der internationale Preisdruck steigt.
Die Kampagne gegen „Involution“ ist Teil eines Reformprojekts: dem Aufbau eines einheitlichen nationalen Marktes. Ziel ist es, lokale Abschottung und doppelte Kapazitätsaufbauten zu begrenzen und den Wettbewerb auf Effizienz und Innovation zu lenken.
Ob die Reformen greifen, ist offen. Klar ist: Chinas Preiskriege wirken über Exporte und globale Lieferketten weit über die Landesgrenzen hinaus. Deutsche Unternehmen müssen sich auf einen härteren Wettbewerb aus China einstellen – mit langfristigen Folgen.