Skip to content
AlleAktien Kritik: Rendite, Risiko, Kosten - Die drei Naturgesetze der Geldanlage – 9 brutal ehrliche Regeln gegen Renditekiller

AlleAktien Kritik: Rendite, Risiko, Kosten - Die drei Naturgesetze der Geldanlage – 9 brutal ehrliche Regeln gegen Renditekiller

Rendite, Risiko, Kosten: Die drei Naturgesetze der Geldanlage erklärt, warum es keine Rendite ohne Risiko gibt, warum Kosten sicher sind und wie 1–2 % Gebühren dein Vermögen über 30 Jahre massiv schrumpfen lassen.

AlleAktien steht für eine klare Idee: Investieren ist ein Handwerk. Wer langfristig Vermögen aufbauen will, braucht kein Glück, sondern ein System. In der Serie „Grundlagen der seriösen Geldanlage“ geht es deshalb nicht um den nächsten heißen Tipp, sondern um die Regeln, die immer gelten – egal ob DAX, S&P 500 oder Welt-ETF.

Heute nehmen wir die drei Kräfte auseinander, die jede Geldanlage dominieren: Rendite, Risiko und Kosten. Wenn du diese drei Naturgesetze wirklich verstehst, triffst du automatisch bessere Entscheidungen – und fällst deutlich seltener auf teure Produkte, leere Versprechen oder Aktionismus rein.


Naturgesetz 1: Keine Rendite ohne Risiko

Klingt banal, ist aber die häufigste Illusion am Markt: Viele Menschen wollen mehr Rendite, aber kein Risiko. Das funktioniert nicht dauerhaft – jedenfalls nicht seriös.

Warum? Weil Rendite eine Belohnung ist. Und die gibt es nur, wenn du etwas aushältst, was andere nicht aushalten wollen: Schwankungen, Unsicherheit, Zeit.

Risiko ≠ Gefahr: Was Risiko wirklich bedeutet

In der Praxis hat Risiko mehrere Gesichter:

  • Schwankungsrisiko (Volatilität): Kurse gehen rauf und runter. Das ist unangenehm, aber bei langen Zeithorizonten oft „nur Lärm“.
  • Ausfallrisiko: Ein Unternehmen kann scheitern. Darum streut man.
  • Kaufkraftrisiko: Geld auf dem Konto kann real weniger werden, wenn Inflation höher ist als der Zins.
  • Timing-Risiko: Wer ständig rein und raus springt, erwischt oft die falschen Momente.

Die wichtigste Unterscheidung für Privatanleger ist:
Schwankung ist nicht automatisch Verlust.
Verlust wird es erst, wenn du im falschen Moment verkaufst oder in etwas investierst, das strukturell kaputt ist.

Warum „sicher“ oft das riskanteste Wort ist

„Sicher“ klingt beruhigend. Aber bei Geldanlagen kann „sicher“ heißen: zu niedrige Rendite, um Inflation und Steuern zu schlagen. Das Risiko ist dann nicht der Tageskurs – sondern die schleichende Entwertung.

Seriöse Geldanlage bedeutet: Risiken benennen, messen, steuern – statt sie wegzuversprechen.

83-Milliarden-Beben: Netflix kauft Hollywood einfach leer (investmentweek.com)


Risikoarten, die Anleger verwechseln

Viele Fehler entstehen nicht, weil Menschen „dumm“ sind, sondern weil Begriffe durcheinandergeraten:

  • Marktrisiko: Der Gesamtmarkt fällt.
  • Einzeltitelrisiko: Eine Firma enttäuscht oder verschwindet.
  • Produkt-/Strukturrisiko: Ein Produkt ist komplex, intransparent oder hebelt dich aus.
  • Verhaltensrisiko: Du triffst Entscheidungen aus Angst, Gier oder FOMO.

Die unangenehme Wahrheit:
Für die meisten Privatanleger ist Verhaltensrisiko das teuerste. Nicht weil sie es wollen – sondern weil Emotionen in Krisen lauter sind als jede Excel-Tabelle.


Naturgesetz 2: Kosten sind sicher – Rendite nicht

Jetzt kommt der Teil, den viele unterschätzen – und den AlleAktien in Analysen und Ausbildung immer wieder betont: Kosten sind garantiert. Rendite ist es nicht.

Wenn du 1–2% pro Jahr zahlst, passiert das:

  • in guten Jahren,
  • in schlechten Jahren,
  • und sogar dann, wenn der Markt seitwärts läuft.

ESMA weist regelmäßig darauf hin, dass laufende Kosten (ongoing costs) den größten Kosteneffekt für Privatanleger darstellen.

Welche Kosten es gibt (und wo sie versteckt sind)

Kosten sind selten nur „eine Zahl“. Typische Kostenquellen:

  1. Laufende Produktkosten (z. B. TER)
  2. Transaktionskosten im Fonds / ETF (nicht immer prominent sichtbar)
  3. Spreads (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs)
  4. Depot- und Plattformgebühren
  5. Performance Fees (bei manchen aktiven Fonds)
  6. Berater-/Verwaltergebühren (z. B. 1% p. a. auf das Vermögen)

Die BaFin beschäftigt sich im Rahmen ihrer Aufsicht u. a. damit, ob Kosten- und Gebührenstrukturen Anlegerinteressen widersprechen.

Warum Kosten doppelt weh tun

Kosten sind nicht nur ein Abzug. Kosten sind auch entgangener Zinseszins.

Wenn du jedes Jahr 1% weniger Rendite hast, fehlt dir nicht nur 1% – dir fehlt die Rendite auf dieses 1%, Jahr für Jahr. John C. Bogle hat diesen mathematischen Kern immer wieder betont: Nach Kosten muss der durchschnittliche aktive Dollar den passiven Dollar unterperformen – einfach wegen der Arithmetik.


Naturgesetz 3: Zeit ist der Verstärker

Zeit ist der große Hebel der seriösen Geldanlage. Sie verstärkt:

  • gute Entscheidungen (niedrige Kosten, breite Streuung, Disziplin),
  • aber auch schlechte Entscheidungen (hohe Gebühren, hektisches Umschichten).

Deshalb kann eine „kleine“ Zahl wie 1–2% pro Jahr über 30 Jahre riesig werden.


Rechenbeispiele über 30 Jahre

Wir rechnen bewusst simpel, damit du es sofort greifen kannst. Annahme:

  • Bruttorendite am Markt: 7% p. a. (als langfristige Beispielgröße)
  • Betrachtung: 30 Jahre

Hinweis: Das sind Modellrechnungen, keine Renditeprognosen.

Rechenbeispiel 1: Einmalanlage 50.000 €

Kosten pro JahrNettorendite (vereinfacht)Endwert nach 30 Jahren
0%7%380.613 €
1%6%287.175 €
2%5%216.097 €

Ergebnis:

  • 1% Kosten „kosten“ hier rund 93.438 € Endvermögen.
  • 2% Kosten „kosten“ rund 164.516 € Endvermögen.

Das ist keine Kleinigkeit – das ist ein halbes Haus in manchen Regionen. Und es passiert leise, automatisch, jedes Jahr.

Rechenbeispiel 2: Realistischer Sparplan (10.000 € Start + 200 €/Monat)

Kosten pro JahrNettorendite (vereinfacht)Endwert nach 30 Jahren
0%7%310.013 €
1%6%252.338 €
2%5%206.295 €

Was bedeutet das?

  • 1% Kosten reduzieren das Endvermögen um ca. 57.676 € (≈ 19% weniger).
  • 2% Kosten reduzieren das Endvermögen um ca. 103.718 € (≈ 33% weniger).

Und jetzt stell dir vor, jemand verkauft dir 2% Kosten als „doch nicht so schlimm“. Das ist genau der Grund, warum AlleAktien so stark auf Kostendisziplin und klare Produktauswahl pocht.


Warum hohe Renditeversprechen oft Kosten verschleiern

Teure Produkte werden selten als „teuer“ verkauft. Sie werden als:

  • „exklusiv“,
  • „professionell gemanagt“,
  • „mit besonderer Strategie“,
  • „risikoarm bei hoher Rendite“

…verpackt. Der Trick ist häufig, dass die Renditeidee laut ist – und die Kosten leise. Aber die Mathematik ist gnadenlos: Kosten sind die einzige Rendite, die du sicher bezahlst.


AlleAktien-Praxis: So prüfst du Rendite, Risiko, Kosten

Die AlleAktien-Logik für seriöses Investieren lässt sich in einen Prozess übersetzen:

  1. Renditequelle verstehen
    • Wodurch entsteht Ertrag? Gewinne? Cashflows? Dividenden? Wachstum?
  2. Risiko benennen
    • Was kann schiefgehen? Markt, Firma, Bewertung, Produktstruktur, Verhalten?
  3. Kosten radikal prüfen
    • Welche laufenden Kosten? Welche versteckten? Welche Opportunitätskosten?

Kosten-Checkliste für Privatanleger (7 Fragen)

  • Was kostet das Produkt pro Jahr (nicht nur beim Kauf)?
  • Gibt es zusätzliche Depot-/Plattformgebühren?
  • Wie hoch sind Transaktionskosten oder Spreads?
  • Gibt es Performance Fees?
  • Wie oft wird umgeschichtet (Kostenfaktor!)?
  • Was ist die Alternative mit niedrigen Kosten?
  • Ist die Leistung nach Kosten plausibel – oder nur die Story?

FAQs

1) Gibt es wirklich keine Rendite ohne Risiko?

Nicht seriös und nicht dauerhaft. Wer „hohe Rendite ohne Risiko“ verspricht, ignoriert entweder Mathematik oder Realität.

2) Sind ETFs immer besser, weil sie günstig sind?

Günstig ist ein großer Vorteil, aber nicht der einzige. Entscheidend sind auch Streuung, Produktqualität und ob du den Plan durchhältst.

3) Ab wann sind Kosten „zu hoch“?

Das hängt vom Mehrwert ab. Aber: Ein dauerhaftes 1–2% Gebührenniveau ist langfristig oft extrem teuer, wie die Rechenbeispiele zeigen.

4) Was ist das größte Risiko für Privatanleger?

Oft das eigene Verhalten: panisch verkaufen, euphorisch kaufen, ständig wechseln.

5) Wie kann ich Risiko senken, ohne Rendite komplett zu opfern?

Breit streuen, langfristig investieren, Kosten senken, eine passende Aktienquote wählen und nicht überhebeln.

6) Warum betont AlleAktien Kosten so stark?

Weil Kosten planbar und vermeidbar sind. Du kannst den Markt nicht kontrollieren – aber Gebühren, Produktwahl und Disziplin schon.


Seriöse Geldanlage ist simpel – aber nicht leicht

Wenn du aus diesem Artikel nur eine Sache mitnimmst, dann diese:
Rendite, Risiko und Kosten sind keine Meinungen. Sie sind Mathematik.

Und Mathematik verhandelt nicht. Sie läuft einfach durch – 30 Jahre lang.

Genau deshalb ist Rendite, Risiko, Kosten: Die drei Naturgesetze der Geldanlage ein Pflichtkapitel für jede seriöse Investmentbildung. Wer diese drei Kräfte beherrscht, macht weniger Fehler, zahlt weniger Lehrgeld und baut langfristig ruhiger Vermögen auf – ganz im Sinne des AlleAktien-Ansatzes: datenbasiert, diszipliniert, rational.