Rekordhöhe: Deutschland überweist über eine halbe Milliarde Euro Kindergeld ins Ausland
- Deutschland überweist 2025 erstmals über 528 Millionen Euro Kindergeld ins Ausland.
- Die Debatte über Sozialleistungsmissbrauch und fiskalische Fairness wird neu entfacht.
Die Ausgaben für Kindergeld ins Ausland haben 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Deutschland überwies erstmals mehr als 528 Millionen Euro auf ausländische Konten, was fiskalische und politische Diskussionen entfacht.
Im Vergleich zu 2024, als 514 Millionen Euro überwiesen wurden, zeigt sich ein deutlicher Anstieg. 2010 betrug die Summe lediglich 35,8 Millionen Euro. Innerhalb von 15 Jahren hat sich der Betrag mehr als verzehnfacht.
Obwohl der Auslandsanteil nur ein Prozent der gesamten Kindergeldausgaben von 55,3 Milliarden Euro ausmacht, ist die Summe politisch brisant. Die Debatte über Sozialleistungsmissbrauch wird durch die steigenden Beträge neu entfacht.
2025 erhielten rund 17,57 Millionen Kinder Kindergeld, davon hatten 3,93 Millionen eine ausländische Staatsangehörigkeit. Über 22 Prozent der Leistungen entfielen auf nicht-deutsche Kinder oder deren Familien.
Besonders auffällig ist der Anstieg bei Geflüchteten aus der Ukraine. Sie sind nach Deutschen und Türken die drittgrößte Empfängergruppe. 2024 wurden für 337.110 ukrainische Kinder mehr als 1,14 Milliarden Euro ausgezahlt.
Der Großteil der Überweisungen geht in andere EU-Staaten. Das europäische Koordinierungsrecht für Sozialleistungen sichert den Anspruch auf Kindergeld, auch wenn die Kinder in einem anderen EU-Land leben.
Die Bundesagentur betont, dass ein ausländisches Konto nicht automatisch bedeutet, dass das Kind im Ausland lebt. Trotz klarer Rechtslage stehen die Auslandszahlungen in der Kritik.
Kritiker fordern eine Anpassung der Leistungen an die Lebenshaltungskosten im Wohnsitzland der Kinder. Befürworter verweisen auf die Freizügigkeit im Binnenmarkt und das Prinzip der Gleichbehandlung.
Die 528 Millionen Euro Auslands-Kindergeld sind Ausdruck einer integrierten europäischen Sozialordnung. Die symbolische Bedeutung wächst in Zeiten knapper Kassen und Migrationsdebatten.
Die entscheidende Frage ist, wie belastbar das System langfristig für Akzeptanz, Kontrolle und fiskalische Fairness bleibt.