The Platform Group übernimmt AEP: Strategische Expansion in den Apothekenmarkt
- The Platform Group übernimmt AEP, um stationäre Apotheken im Wettbewerb mit Onlineanbietern zu stärken.
- Die Integration von AEP mit der Software Aponow soll eine präzisere Disposition und kürzere Lieferzeiten ermöglichen.
Die Düsseldorfer The Platform Group (TPG) steigt mit der Übernahme des Pharma-Großhändlers AEP in den Apothekenmarkt ein. Ziel ist es, stationäre Apotheken im Wettbewerb mit Onlineanbietern zu stärken.
AEP, gegründet 2012, beliefert rund 7000 Apotheken in Deutschland und erzielt einen Jahresumsatz von etwa einer Milliarde Euro. Die bisherigen Hauptgesellschafter waren die Österreichische Post und Martin Bartenstein.
Der Kaufpreis wurde nicht genannt, soll sich jedoch im hohen zweistelligen Millionenbereich bewegen. Die Österreichische Post fokussiert sich künftig auf Logistikprojekte in Österreich und Südosteuropa.
Der deutsche Pharmagroßhandel ist stark konzentriert und margenschwach. AEP hat sich durch aggressive Konditionen und digitale Prozesse einen Namen gemacht.
Bekannt wurde AEP durch den Skontistreit, der 2024 durch ein Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs beendet wurde. Dies erhöhte den wirtschaftlichen Druck auf Apotheken.
Strategischer Kern der Übernahme ist die Integration von AEP mit der Software Aponow. Diese Plattform ermöglicht es, Medikamente online zu bestellen und in lokalen Apotheken abzuholen.
Durch die Integration sollen Hersteller, Großhändler und Apotheken in Echtzeit auf Nachfrage reagieren können. Ziel ist eine präzisere Disposition und kürzere Lieferzeiten.
Für TPG ist der Zukauf von AEP eine der größten Transaktionen ihrer Geschichte. CEO Dominik Benner plant, den Kauf teils aus Eigenkapital und teils über Kredite zu finanzieren.
Benner steht in der Kritik, Firmen mit niedriger Bewertung zu kaufen, um Badwill-Gewinne zu realisieren. Er weist diese Vorwürfe zurück.
Mit der AEP-Übernahme setzt TPG auf ein hybrides Modell aus stationärer Versorgung und digitaler Bestelllogik. Ob dies den Strukturwandel im Apothekenmarkt bremsen kann, bleibt abzuwarten.