WestJet zieht umstrittene Sitzkonfiguration nach Kritik zurück
- WestJet beendet umstrittenes Sitzexperiment nach Kritik.
- Rückkehr zur Standardkonfiguration nach Kundenfeedback.
Die kanadische Fluggesellschaft WestJet beendet ein umstrittenes Experiment mit nicht verstellbaren Economy-Sitzen in Teilen ihrer Boeing-737-Flotte. Nach massiver Kritik in sozialen Netzwerken und aus den eigenen Reihen werden die Sitze wieder ausgebaut.
Videos von eingeklemmten Knien und frustrierten Reisenden verbreiteten sich viral auf TikTok, X und Instagram. Die neue Economy-Bestuhlung ließ keine Neigung der Rückenlehnen zu und reduzierte den Sitzabstand auf 28 Zoll.
Die Maßnahme sollte mehr Platz für Premiumsitze schaffen und zusätzliche Economy-Reihen ermöglichen. Für verstellbare Sitze mussten Passagiere einen Aufpreis zahlen.
WestJet-CEO Alexis von Hoensbroech erklärte, dass die Rückkehr zur Standardkonfiguration nach Auswertung betrieblicher Daten und Kundenfeedback erfolgt. Die neue Lösung entsprach nicht den Bedürfnissen der Gäste.
Der Manager betonte, dass günstige Ticketpreise durch internationale Sitzabstände ermöglicht werden sollten. Wichtig sei jedoch, schnell zu reagieren, wenn ein Konzept nicht akzeptiert wird.
Bereits im Dezember stoppte WestJet die Einführung der neuen Sitze. Der öffentliche Druck nahm im Januar mit der viralen Verbreitung der Videos massiv zu.
Piloten und Flugbegleiter äußerten ebenfalls Bedenken. Die Gewerkschaft der Kabinenbeschäftigten warnte vor Sicherheitsrisiken bei Evakuierungen in engen Sitzreihen.
Gewerkschaftsvertreterin Alia Hussain berichtete von Beschwerden und der Notwendigkeit, große Passagiere umzusetzen, was ein feindseliges Arbeitsumfeld schuf.
Die Episode zeigt, wie weit Airlines bei der Kabinenverdichtung gehen können, ohne Akzeptanz zu verlieren. Die Toleranzschwelle bei Komfort und Bewegungsfreiheit scheint erreicht.
Mit der Rücknahme der Maßnahme sendet WestJet ein Signal: Der Versuch, maximale Sitzdichte mit Minimal-Komfort zu kombinieren, scheiterte am Widerstand der Kunden.