Kurz vor den entscheidenden Quartalszahlen meldet SAP eine strategische Partnerschaft im KI-Bereich. Gleichzeitig sehen Analysten von Morgan Stanley Chancen auf ein besser als erwartetes Cloud-Wachstum. Doch der Aktienkurs steht nahe am Jahrestief – der 29. Januar wird zur Richtungsentscheidung.
SAP hat eine mehrjährige Kooperation mit dem Agrochemie-Konzern Syngenta geschlossen. Ziel ist es, zentrale Geschäftsprozesse mithilfe von Künstlicher Intelligenz zu modernisieren und stärker zu automatisieren. Für SAP ist der Deal ein Schaufensterprojekt für die eigene „Business AI“-Strategie.
Konkret umfasst die Zusammenarbeit:
Technologievorstand Philipp Herzig spricht von einem Referenzprojekt für den Einsatz von KI in komplexen Industrieprozessen. Am Markt löste die Meldung bislang jedoch kaum Kursfantasie aus – die Aktie verharrt nahe ihrem 52-Wochen-Tief.
Trotz der schwachen Kursentwicklung der vergangenen Monate sieht Morgan Stanley ein „nach oben verzerrtes Risiko“ vor den Zahlen. Analyst Adam Wood hält eine positive Überraschung beim Cloud-Auftragswachstum für möglich.
Im Fokus steht das Cloud Current Backlog (CCB). Der Konsens erwartet währungsbereinigt rund 26 Prozent Wachstum, Morgan Stanley traut SAP jedoch 27 Prozent oder mehr zu. Voraussetzung wäre, dass ein oder zwei der von CEO Christian Klein angekündigten „Mega-Deals“ im vierten Quartal tatsächlich abgeschlossen wurden.
Vorsichtiger äußert sich die UBS: Sie verweist auf eine generelle Abkühlung im Cloud-Markt, hält aber langfristig an einer positiven Einschätzung fest und sieht erst 2026 wieder stärkeres Momentum.
Charttechnisch bleibt die Situation angespannt. Mit einem Kurs von rund 205 Euro notiert SAP nur knapp über dem 52-Wochen-Tief. Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten fast 20 Prozent verloren – das Vertrauen der Anleger ist entsprechend fragil.
Am 29. Januar 2026 legt SAP die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr vor. Erwartet werden:
Übertrifft SAP vor allem beim Cloud-Wachstum die Prognosen, könnte dies den Startschuss für eine Erholung geben. Bleiben die Zahlen dagegen hinter den Erwartungen zurück, droht ein Test – oder ein Bruch – des Jahrestiefs. Die Kombination aus KI-Strategie, Großkunden-Pipeline und Cloud-Dynamik macht den Termin zu einem der wichtigsten für die Aktie in diesem Jahr.



