Der US-Autokonzern sucht Batterien für seine neue Hybrid-Strategie und spricht offenbar mit dem chinesischen Marktführer BYD. In der amerikanischen Politik stößt das auf scharfe Kritik.
Ford richtet seine Elektrifizierungsstrategie neu aus. Nach schwächerer Nachfrage nach reinen Elektrofahrzeugen will der Konzern den Fokus stärker auf Plug-in-Hybride legen. Im vergangenen Quartal legten die Hybridverkäufe um 18 Prozent auf rund 55.000 Fahrzeuge zu, während Ford im Dezember milliardenschwere Abschreibungen auf das E-Auto-Geschäft vornehmen musste.
Konzernchef Jim Farley kündigte an, das erfolgreiche Hybridkonzept des Pick-ups F-150 auf weitere Baureihen auszuweiten. Dafür braucht Ford vor allem eines: leistungsfähige und kostengünstige Batterien in großen Stückzahlen.
Wie das Wall Street Journal berichtet, führt Ford Gespräche mit dem chinesischen Konzern BYD über die Lieferung von Batterien für Hybridfahrzeuge. Demnach geht es um eine Versorgung internationaler Ford-Werke außerhalb der USA, deren Fahrzeuge allerdings auch auf dem US-Markt verkauft würden. Eine Einigung gibt es bislang nicht, die Gespräche laufen.
Im Fokus stehen offenbar LFP-Batterien auf Basis der sogenannten Blade-Technologie von BYD, die sich durch hohe Sicherheit, lange Lebensdauer und vergleichsweise niedrige Kosten auszeichnet und bereits in zahlreichen Plug-in-Hybriden des chinesischen Herstellers eingesetzt wird.
BYD ist längst nicht nur der größte Elektroautohersteller der Welt, sondern auch einer der führenden Produzenten von Traktionsbatterien. Nach Zahlen von Bernstein Research stiegen die Batterieauslieferungen 2025 um 47 Prozent auf rund 286 Gigawattstunden. Neben China baut der Konzern Kapazitäten in Europa, Südostasien und Brasilien auf.
Zum Kundenkreis zählen bereits Hersteller wie Xiaomi, XPeng, Nio und Geely – und sogar Tesla bezog zeitweise Batterien von BYD für die Gigafactory in Grünheide. Für Ford wäre die Zusammenarbeit daher technologisch naheliegend, zumal das Joint Venture mit Changan in China schon seit Jahren BYD-Zellen nutzt.
Politisch ist eine Kooperation jedoch hochsensibel. Trumps Handelsberater Peter Navarro warnte öffentlich vor einer wachsenden Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten. Auch der Vorsitzende des China-Ausschusses im US-Repräsentantenhaus, John Moolenaar, forderte Ford auf, mit Verbündeten statt mit geopolitischen Rivalen zusammenzuarbeiten.
Ford selbst gibt sich zurückhaltend. Ein Sprecher erklärte lediglich, man stehe mit vielen Unternehmen in Gesprächen. BYD wollte die Berichte nicht kommentieren.
Für Ford geht es um einen klassischen Zielkonflikt: wirtschaftliche Effizienz und technologische Stärke auf der einen Seite, geopolitische Risiken und politischer Druck auf der anderen. Sollte es zu einer Kooperation mit BYD kommen, dürfte sie außerhalb der USA angesiedelt und rechtlich sauber strukturiert werden, um politische Konsequenzen zu begrenzen.
Klar ist: In der neuen Phase der Elektrifizierung entscheidet nicht nur Technik und Kosten, sondern zunehmend auch Geopolitik über Partnerschaften in der Autoindustrie.




