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Paramount scheitert mit Eilantrag im Übernahmepoker um Warner Bros Discovery

  • Paramounts Eilantrag im Übernahmepoker um Warner Bros Discovery abgelehnt.
  • Gericht stärkt Position von Warner Bros und Netflix, Paramount erhöht strategischen Druck.

Im milliardenschweren Übernahmepoker um Warner Bros Discovery hat Paramount einen Rückschlag erlitten. Ein Gericht in Delaware lehnte es ab, ein beschleunigtes Verfahren zu erzwingen, um mehr Transparenz über den geplanten Zusammenschluss von Warner Bros mit Netflix zu erreichen.

Die Vizepräsidentin des Delaware Chancery Court, Morgan Zurn, wies den Antrag von Paramount zurück. Das Unternehmen konnte keinen „nicht wiedergutzumachenden Schaden“ nachweisen, der ein Eilverfahren rechtfertigen würde. Andere Wege, an die gewünschten Finanzinformationen zu gelangen, seien vorhanden.

Paramount fordert von Warner Bros Discovery detailliertere Angaben zu dessen Kabel-TV-Geschäft. Dieses ist zwar nicht Teil des geplanten Netflix-Deals, spielt aber für die Gesamtbewertung des Konzerns eine zentrale Rolle.

Der Rechtsstreit wurde durch die Entscheidung des Warner-Bros-Vorstands ausgelöst, das Übernahmeangebot von Netflix in Höhe von 82,7 Milliarden Dollar dem höheren Angebot von Paramount vorzuziehen. Paramount hatte 108,7 Milliarden Dollar geboten.

Das Gericht folgte der Argumentation von Paramount nicht. Warner Bros kündigte an, die relevanten Finanzdaten erst im Zuge der formellen Aktionärsabstimmung über den Netflix-Deal offenzulegen. Ein Termin für diese Abstimmung steht noch nicht fest.

Paramount kündigte an, weiter auf zusätzliche Offenlegungen zu drängen. „Die Aktionäre sollten sich fragen, warum der Vorstand so viel Energie darauf verwendet, diese Informationen zurückzuhalten“, erklärte das Unternehmen.

Warner Bros wies die Vorwürfe scharf zurück. Die Klage sei ein Versuch, vom eigentlichen Prozess abzulenken. Der Anwalt des Konzerns betonte, dass der „Film noch gedreht werde“ und voreilige Entscheidungen keinen Sinn hätten.

Parallel verschärft Paramount den Druck auf strategischer Ebene. Das Unternehmen will eigene Kandidaten für den Verwaltungsrat von Warner Bros nominieren und die Satzungen ändern, um eine Abspaltung des Kabelgeschäfts der Zustimmung der Aktionäre zu unterstellen.

Warner Bros hält dagegen: Die Auktion um den Konzern sei beendet, Paramount habe verloren. Der Abschluss eines Deals mit Netflix könnte sich wegen regulatorischer Prüfungen noch zwölf bis 18 Monate hinziehen.

Mit der Ablehnung des Eilantrags stärkt das Gericht die Position von Warner Bros und Netflix. Für Paramount bedeutet dies, dass der Versuch, über den Rechtsweg kurzfristig Druck aufzubauen, ins Leere läuft. Der Kampf um den Medienzusammenschluss verlagert sich nun in den Machtkampf um Aktionäre und öffentliche Meinung.

Quelle: Eulerpool Research Systems