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Paramount scheitert mit Eilantrag im Übernahmepoker um Warner Bros Discovery

Quelle: eulerpool

Im milliardenschweren Übernahmepoker um Warner Bros Discovery hat Paramount Skydance einen Dämpfer erlitten. Ein Richter im US-Bundesstaat Delaware lehnte es ab, ein beschleunigtes Verfahren zu erzwingen, mit dem Paramount mehr Transparenz über den geplanten Zusammenschluss von Warner Bros mit Netflix erreichen wollte. Der Streit offenbart, wie hart der Machtkampf um einen der größten Medienkonzerne der Welt inzwischen geführt wird.

Die Vizepräsidentin des Delaware Chancery Court, Morgan Zurn, wies den Antrag von Paramount zurück, das Verfahren zu beschleunigen. Das Unternehmen habe keinen „nicht wiedergutzumachenden Schaden“ nachweisen können, der ein Eilverfahren rechtfertige. Zudem gebe es andere Wege, an die gewünschten Finanzinformationen zu gelangen.

Paramount verlangt von Warner Bros Discovery detailliertere Angaben zu dessen Kabel-TV-Geschäft, das zwar nicht Teil des geplanten Netflix-Deals ist, aus Sicht der Kläger aber für die Gesamtbewertung des Konzerns eine zentrale Rolle spielt.

Auslöser des Rechtsstreits ist die Entscheidung des Warner-Bros-Vorstands, das Übernahmeangebot von Netflix in Höhe von 82,7 Milliarden Dollar dem eigenen, höheren Angebot von Paramount vorzuziehen. Paramount hatte 108,7 Milliarden Dollar geboten und wollte mit einer Klage Druck aufbauen, um die Aktionäre vor Ablauf seiner Offerte am 21. Januar zu einer Entscheidung zu bewegen.

Das Gericht folgte dieser Argumentation nicht. Warner Bros kündigte an, die relevanten Finanzdaten erst im Zuge der formellen Aktionärsabstimmung über den Netflix-Deal offenzulegen. Ein Termin für diese Abstimmung steht bislang nicht fest.

Paramount kündigte an, weiter auf zusätzliche Offenlegungen zu drängen. „Die Aktionäre sollten sich fragen, warum der Vorstand so viel Energie darauf verwendet, diese Informationen zurückzuhalten“, erklärte das Unternehmen.

Warner Bros wies die Vorwürfe scharf zurück. Die Klage sei ein weiterer Versuch, vom eigentlichen Prozess abzulenken. Der Anwalt des Konzerns sprach vor Gericht davon, dass der „Film noch gedreht werde“ und es keinen Sinn habe, auf Basis unvollständiger Fakten voreilige Entscheidungen zu treffen.

Parallel verschärft Paramount den Druck auf strategischer Ebene. Das Unternehmen kündigte an, eigene Kandidaten für den Verwaltungsrat von Warner Bros zu nominieren, um Einfluss auf die weitere Vorgehensweise zu nehmen. Zudem sollen die Satzungen so geändert werden, dass eine Abspaltung des Kabelgeschäfts – darunter Sender wie CNN oder Food Network – künftig der Zustimmung der Aktionäre bedarf.

Warner Bros hält dagegen: Die Auktion um den Konzern sei im vergangenen Jahr beendet worden, Paramount habe verloren. Zudem könne sich der Abschluss eines Deals mit Netflix wegen regulatorischer Prüfungen ohnehin noch zwölf bis 18 Monate hinziehen.

Mit der Ablehnung des Eilantrags stärkt das Gericht zunächst die Position von Warner Bros und Netflix. Für Paramount bedeutet dies, dass der Versuch, über den Rechtsweg kurzfristig Druck aufzubauen, ins Leere läuft. Der Kampf um einen der größten Medienzusammenschlüsse der Geschichte ist damit keineswegs beendet – er verlagert sich vorerst jedoch von der Gerichtsschnellspur in den langen Machtkampf um Aktionäre, Gremien und öffentliche Meinung.