Der US-Medienkonzern Walt Disney ist besser ins neue Geschäftsjahr gestartet als erwartet. Umsatz und Gewinn lagen über den Marktschätzungen. Während die klassischen Erlebniswelten weiter Rekorde liefern, soll nun vor allem das Streaminggeschäft zur tragenden Säule werden.
The Walt Disney Company steigerte den Umsatz im ersten Quartal um fünf Prozent auf 25,98 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie erreichte 1,63 Dollar und übertraf damit die Analystenerwartungen von 1,56 Dollar.
Größter Wachstumstreiber blieb die Parks- und Kreuzfahrtsparte. Mit einem Rekordumsatz von zehn Milliarden Dollar erzielte das Segment ein operatives Plus von sechs Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar. Hohe Besucherzahlen, Preisanpassungen und eine starke Nachfrage nach Kreuzfahrten sorgten für stabile Margen.
Deutlich schwächer entwickelte sich das Entertainment-Geschäft. Der operative Gewinn brach um mehr als ein Drittel auf 1,1 Milliarden Dollar ein. Belastend wirkten höhere Produktions- und Marketingkosten sowie eine weiterhin volatile Nachfrage nach klassischen Film- und TV-Inhalten.
Auch das Sportsegment blieb ein Sorgenkind. Der operative Gewinn sank um 23 Prozent auf 191 Millionen Dollar. Für das laufende Quartal rechnet der Konzern hier mit einem weiteren Rückgang um rund 100 Millionen Dollar, vor allem wegen steigender Rechtekosten.
Im Streaminggeschäft stellt Disney eine klare Verbesserung in Aussicht. Für das laufende Quartal erwartet der Konzern einen operativen Gewinn von 500 Millionen Dollar – rund 200 Millionen mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit würde sich die Profitabilität der Streamingplattformen spürbar verbessern und das Segment zunehmend aus der Verlustzone führen.
Im Entertainment-Bereich insgesamt peilt Disney dagegen lediglich ein operatives Ergebnis auf Vorjahresniveau an. Die Parksparte soll moderat weiter wachsen.
Für das Gesamtjahr bekräftigte Disney das Ziel eines zweistelligen Wachstums beim Gewinn je Aktie. Zudem hält der Konzern an seinem Aktienrückkaufprogramm im Volumen von sieben Milliarden Dollar fest.
Unterm Strich zeigen die Zahlen ein zweigeteiltes Bild: Die Erlebniswelten liefern verlässlich Cashflow, während Film, Sport und Streaming im Umbau stecken. Entscheidend für die Bewertung an der Börse dürfte nun sein, ob Disney den angekündigten Durchbruch im Streaming tatsächlich nachhaltig erreicht.



