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Acatis wagt den Einstieg ins ETF-Geschäft: Strategiewechsel für breitere Anlegeransprache

  • Acatis plant den Einstieg ins ETF-Geschäft, um neue Anlegerkreise zu erreichen und bestehende Strategien zugänglicher zu machen.
  • Der Schritt markiert eine Anpassung an veränderte Marktmechaniken und Kundenerwartungen, ohne die aktive Anlagestrategie zu ändern.

Die Frankfurter Investmentgesellschaft Acatis plant, im zweiten Quartal dieses Jahres erstmals börsengehandelte Fonds (ETFs) aufzulegen. Dieser Schritt markiert eine bedeutende Anpassung an die veränderten Bedürfnisse der Anleger und die aktuellen Vertriebsrealitäten.

Acatis wird bestehende Investmentstrategien als ETFs anbieten, darunter auch den Acatis Aktien Global. Die Fonds bleiben aktiv gemanagt, während die ETF-Struktur als neuer Vertriebsweg dient, um den Zugang für Anleger zu erleichtern.

Unternehmensgründer Hendrik Leber betont, dass aktive Strategien in einer ETF-Hülle angeboten werden können, um den Zugang zu erleichtern. Der Fokus liegt auf der Übertragung bestehender Ansätze in ein börsennotiertes Format.

Ein zentrales Motiv ist, neue Anlegerkreise zu erreichen. ETFs sind einfacher in digitale Vermögensverwaltungen integrierbar und auf Neobroker-Plattformen präsenter, wo eine jüngere Zielgruppe aktiv ist.

Leber erklärt, dass es bereits Nachfrage nach Acatis-Produkten gibt, diese aber oft technisch nicht verfügbar sind. Als ETFs könnten dieselben Strategien zu niedrigeren Gebühren und ohne Plattformbeschränkungen gehandelt werden.

Der späte Einstieg ins ETF-Segment hat operative Gründe. Der Vertrieb über die Börse erfordert andere Transparenz- und Abwicklungsanforderungen als klassische Fonds.

Acatis plant, Fondsinhalte in kurzen Intervallen offenzulegen, um Market Makern verlässliche Preise zu ermöglichen und die ETFs reibungslos handelbar zu machen.

Der Schritt ist ein Eingeständnis an die Marktrealität. ETFs haben sich zu einem dominierenden Vertriebsformat entwickelt, bei dem Zugänglichkeit, Liquidität und Kostentransparenz im Vordergrund stehen.

Acatis reagiert auf den Strukturwandel, der klassische Fonds unter Druck setzt. Wer in digitalen Kanälen nicht präsent ist, verliert an Sichtbarkeit.

Der Schritt von Acatis ist bemerkenswert, da Hendrik Leber ETFs zuvor als unpassend bezeichnet hatte. Das Umdenken zeigt die veränderten Marktmechaniken und Kundenerwartungen.

Der Einstieg ins ETF-Geschäft ist keine Abkehr von der Philosophie, sondern eine Anpassung der Verpackung. Acatis bleibt dem aktiven Ansatz treu, nutzt aber ein vertrautes Format.

Mit der ETF-Offensive verschiebt Acatis den Fokus vom Produkt hin zum Vertriebsweg. Für den Fondsmarkt ist dies ein Zeichen, dass ETFs mehr als passive Indextracker sind.

Ob weitere klassische Fondsanbieter folgen, wird sich zeigen. Klar ist: Wer Anleger erreichen will, muss dort präsent sein, wo sie investieren.

Quelle: Eulerpool Research Systems