Lilly überzeugt mit klinischen Daten zu Orforglipron, setzt Novo Nordisk unter Druck und treibt Zulassung der Abnehmpille voran.
Eli Lilly hat in einer zentralen klinischen Studie mit seinem oralen Wirkstoff Orforglipron einen wichtigen Etappensieg errungen. Patienten mit Diabetes und Übergewicht verloren im Schnitt 10,5 Prozent ihres Körpergewichts – ein Ergebnis, das die Erwartungen der Analysten erfüllt und den US-Konzern seinem Ziel näherbringt, die erste zugelassene Abnehmpille der neuen Wirkstoffklasse auf den Markt zu bringen.
Die Konkurrenz mit Novo Nordisk verschärft sich damit weiter. Der dänische Konzern hatte im Mai die Zulassung für seine eigene orale Abnehmtherapie bei der US-Behörde FDA beantragt. In einer Studie erzielte Novo bei Diabetikern eine durchschnittliche Reduktion von 9,2 Prozent – weniger als Lillys jüngste Daten. Anleger reagierten prompt: Während Lilly-Aktien in New York um 5,8 Prozent zulegten, gaben die in Kopenhagen notierten Novo-Papiere um 4,5 Prozent nach.
Die Resultate kommen zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Anfang des Monats hatte eine andere Orforglipron-Studie in nicht-diabetischen Patienten enttäuscht, weil die erzielten 12,4 Prozent Gewichtsverlust am unteren Ende der Prognosen lagen. Infolge dessen war der Kurs von Lilly auf das niedrigste Niveau seit Januar gefallen, was Insider zu Käufen im Wert von 4,5 Millionen US-Dollar veranlasste – das größte Engagement des Managements seit 2019.
Nun sieht das Bild wieder stabiler aus. „Wir sind wirklich begeistert von den 10,5 Prozent Gewichtsverlust“, sagte Kenneth Custer, Executive Vice-President bei Lilly. Der Konzern plant, noch in diesem Jahr einen Zulassungsantrag bei der FDA einzureichen; Analysten rechnen mit einer Entscheidung im kommenden Jahr.
Die strategische Bedeutung ist enorm: Anders als die derzeit marktbeherrschenden Injektionen müssten Pillen nicht gekühlt werden und ließen sich günstiger produzieren. Damit könnte Lilly eine breitere Versorgung sicherstellen. Weltweit könnten nach Einschätzung des Unternehmens über eine Milliarde Menschen von Adipositas-Therapien profitieren – ein Volumen, das allein mit Injektionen nicht zu bedienen sei.




