Ceconomy verliert seinen SDAX-Platz an Medios – und steht nun zwischen chinesischer Übernahme und politischer Prüfung. Für Anleger bleibt die Lage vorerst unklar.
Im Nebenwerteindex SDAX kommt es zu einem Wechsel: Die Aktie des Spezialpharmaunternehmens Medios rückt für Ceconomy nach. Der Mutterkonzern von Mediamarkt und Saturn verliert seinen Platz, weil der Streubesitz unter die Schwelle von zehn Prozent gefallen ist – eine Voraussetzung für die Indexaufnahme.
Der Hintergrund: Das Bundeskartellamt hat im September die Übernahme von Ceconomy durch den chinesischen Onlinekonzern JD.com genehmigt. Damit hält der chinesische E-Commerce-Riese nun die Mehrheit, wodurch der frei handelbare Anteil der Aktien deutlich sank.
Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) könnte den Deal noch blockieren, sollte sie sicherheitspolitische Bedenken sehen. Das Ministerium prüft aktuell, ob der Einstieg eines chinesischen Investors in einen führenden deutschen Elektronikhändler kritisch zu bewerten ist.
An der Börse sorgte die Nachricht für gemischte Reaktionen:
Analysten sehen den SDAX-Aufstieg als Signal für wachsende institutionelle Aufmerksamkeit, während Ceconomy vorerst mit Unsicherheit über den Fortgang der Übernahme leben muss.



