US-Zölle und geopolitische Unsicherheit bremsen die deutsche Konjunktur – Bundesbank rechnet 2025 nur noch mit Stagnation.
Die Bundesbank hat ihre Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands für das kommende Jahr deutlich zurückgenommen. Statt eines bescheidenen Wachstums von 0,2 Prozent rechnet die Notenbank in ihrer aktualisierten Halbjahresprognose nun mit einer Stagnation des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Hauptursache sind die neuen Importzölle aus den USA und die Unsicherheit über den künftigen wirtschaftspolitischen Kurs unter Präsident Donald Trump.
Bundesbankpräsident Joachim Nagel betonte, dass diese Maßnahmen die Erholung der deutschen Industrie genau zu dem Zeitpunkt bremsten, an dem sich erste Stabilisierungstendenzen nach einer langen Schwächephase abzeichneten. Erst ab 2027 wird mit einer spürbaren Belebung gerechnet, dann dürften laut Nagel groß angelegte US-Investitionsprogramme in Infrastruktur und Verteidigung einen Impuls liefern – allerdings nicht ohne zuvor Verwerfungen im globalen Handel auszulösen.
Für 2026 senkt die Bundesbank ihre Wachstumsprognose leicht von 0,8 auf 0,7 Prozent. Für das Jahr 2027 revidiert sie ihre Einschätzung hingegen nach oben: Statt wie bisher angenommen 0,9 Prozent erwartet sie nun ein BIP-Wachstum von 1,2 Prozent.
Auf der Inflationsseite gibt es dagegen positive Signale. Die Teuerungsrate im laufenden Jahr wird nun bei 2,2 Prozent gesehen – nach zuvor 2,4 Prozent. Für 2026 erwartet die Bundesbank eine Inflation von nur noch 1,5 Prozent, ein deutlicher Rückgang gegenüber den 2,1 Prozent in der Dezemberprognose. Für 2027 bleibt die Erwartung bei 1,9 Prozent – knapp unter der von der Europäischen Zentralbank angestrebten Zielmarke von 2,0 Prozent.
Als größter Risikofaktor bleibt aus Sicht der Bundesbank der unberechenbare handelspolitische Kurs der USA. Sollte sich die Lage weiter zuspitzen, sei ein neuer Vertrauensschock für die Weltwirtschaft und insbesondere für Deutschland nicht ausgeschlossen.



