Rolls-Royce steigert operativen Gewinn um fast 50 Prozent und erhöht erneut die Jahresziele für Umsatz und Cashflow.
Rolls-Royce hat im ersten Halbjahr 2025 seine operative Ertragskraft deutlich verbessert und die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Das Unternehmen rechnet nun mit einem underlying operating profit zwischen 3,1 und 3,2 Mrd. Pfund – zuvor waren 2,7 bis 2,9 Mrd. erwartet worden. Der freie Cashflow soll bis Jahresende zwischen 3,0 und 3,1 Mrd. Pfund liegen.
Treiber der Entwicklung ist die starke Nachfrage nach Großtriebwerken für Langstreckenflugzeuge von Airbus und Boeing sowie ein florierendes Geschäft mit Stromgeneratoren für Rechenzentren. Die underlying revenues stiegen in den ersten sechs Monaten auf 9 Mrd. Pfund – ein Plus von über zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung von bis zu 12 Prozent auf die Zahlen und notierte zuletzt bei 10,91 Pfund – der höchste Stand seit Jahren. Seit dem Amtsantritt von CEO Tufan Erginbilgiç im Januar 2023 hat sich die Marktkapitalisierung auf 91 Mrd. Pfund erhöht.
Der frühere BP-Manager hat das Unternehmen tiefgreifend umstrukturiert, Managementebenen eingezogen und verlustreiche Wartungsverträge neu verhandelt. Gleichzeitig investiert Rolls-Royce in die Haltbarkeit seiner Triebwerke und will bis 2027 die sogenannte time on wing – ein zentraler Profitabilitätsfaktor – bei modernen Trent-Modellen um über 80 Prozent verbessern.
Auch die Sparten Verteidigung und Power Systems legten zu. Letztere profitiert von gestiegener Nachfrage nach Notstromaggregaten für Rechenzentren und staatliche Einrichtungen.
Die gute Geschäftsentwicklung wurde jedoch leicht getrübt durch den Ausblick auf das zweite Halbjahr: Aufgrund gestiegener Wartungskosten erwartet Rolls-Royce einen etwas niedrigeren operativen Gewinn und freien Cashflow. Insbesondere bei den Trent-1000-Triebwerken, die Boeings 787 antreiben, soll es vermehrt zu aufwendigen Werkstattbesuchen kommen.
Auch beim französischen Triebwerksbauer Safran zeigten sich Anleger erfreut: Dank starker Nachfrage nach Ersatzteilen und Wartungsleistungen stieg der operative Gewinn im ersten Halbjahr um 27 Prozent auf 2,1 Mrd. Euro, bei einem Umsatzplus von 13 Prozent auf 14,8 Mrd. Euro. Safran hob ebenfalls seine Jahresprognose an und kündigte den Bau eines neuen Werks für Kohlefaserbremsen bei Lyon an – ein Standortentscheid, der nach Jahren der internen Debatte gegen Nordamerika getroffen wurde.



