LIVESo. 14. Juni, 11 Uhr — Michael enthüllt seine Top-Aktien

Asiatische Aktienmärkte erreichen Rekordhoch trotz handelspolitischer Spannungen

Quelle: eulerpool

Trotz neuer handelspolitischer Drohungen aus Washington haben die asiatischen Aktienmärkte am Dienstag ein neues Rekordhoch erreicht. Die Aussicht auf starke Quartalszahlen der US-Techgiganten überlagerte die Verunsicherung durch Präsident Donald Trumps Ankündigung, die Zölle auf Importe aus Südkorea auf 25 Prozent anzuheben. Während Aktien zulegten, suchten Anleger zugleich verstärkt Schutz in Edelmetallen: Gold und Silber näherten sich erneut ihren Allzeithochs.

Besonders bemerkenswert: Der südkoreanische Leitindex KOSPI drehte nach anfänglichen Verlusten deutlich ins Plus und stieg um mehr als zwei Prozent auf ein neues Rekordniveau. Damit schüttelte der Markt die unmittelbare Belastung durch Trumps Zollankündigung erstaunlich schnell ab.

Auch regional zeigte sich Stärke:

Die Stimmung wurde vor allem von der Erwartung einer außergewöhnlich starken Berichtssaison in den USA getragen. In den kommenden Tagen legen mit Microsoft, Apple und Tesla gleich mehrere Mitglieder der „Magnificent Seven“ ihre Zahlen vor. Nasdaq-Futures stiegen bereits im asiatischen Handel um 0,5 Prozent, auch die europäischen Börsen wurden mit einem freundlichen Start erwartet.

Am Vorabend hatte Präsident Trump erklärt, Südkorea halte sich nicht ausreichend an bestehende Handelsabkommen. Als Konsequenz kündigte er an, die US-Zölle auf südkoreanische Importe auf 25 Prozent anzuheben. Für Asiens viertgrößte Volkswirtschaft wäre das ein spürbarer Belastungsfaktor, insbesondere für die stark exportorientierte Elektronik- und Autoindustrie.

Marktstrategen setzen jedoch auf Deeskalation. Bereits für diese Woche wird ein Besuch des südkoreanischen Industrieministers in Washington erwartet, der die Spannungen entschärfen und Zeit für Nachverhandlungen gewinnen könnte.

Die politische Unsicherheit und der zugleich schwächere US-Dollar trieben die Nachfrage nach sicheren Häfen:

Rohstoffstrategen sehen die Rally noch nicht am Ende. Bei anhaltender geopolitischer Unsicherheit, Zinssenkungserwartungen und Dollarschwäche könnte der Goldpreis im weiteren Jahresverlauf deutlich höher notieren.

Der US-Dollar bleibt schwach. Gegenüber dem Yen verlor er in den vergangenen zwei Handelstagen rund 2,6 Prozent, ausgelöst durch Spekulationen über eine mögliche gemeinsame Intervention der USA und Japans zur Stabilisierung der japanischen Währung. Mit 154,55 Yen je Dollar liegt der Kurs zwar leicht über dem Vortag, aber klar unter der psychologisch wichtigen Marke von 160.

Auch gegenüber einem Korb aus sechs Leitwährungen notiert der Dollar nahe einem 4½-Monats-Tief. Diese Entwicklung stützt Rohstoffe und Schwellenländeraktien, erhöht aber zugleich die Nervosität an den Devisenmärkten.

Am Rohölmarkt überwog dagegen Vorsicht. Aussicht auf zusätzliche Liefermengen aus Kasachstan drückte die Preise:

US-Staatsanleihen stabilisierten sich nach jüngsten Kursgewinnen, die Rendite zehnjähriger Treasuries stieg leicht auf 4,23 Prozent.

Die Märkte senden ein klares Signal: Solange die Gewinnperspektiven der großen Technologieunternehmen intakt bleiben, überwiegt die Risikobereitschaft – selbst gegenüber neuen handelspolitischen Störfeuern aus dem Weißen Haus. Gleichzeitig zeigt der kräftige Anstieg von Gold und Silber, dass Anleger die geopolitischen und währungspolitischen Risiken keineswegs ausblenden.

Die Kombination aus Rekordständen an den Aktienmärkten und Flucht in sichere Häfen deutet auf ein fragiles Gleichgewicht hin: Optimismus über Unternehmensgewinne trifft auf wachsende Zweifel an der Stabilität der globalen Wirtschafts- und Handelsordnung.