
Börsencrash 2020: Coronavirus lässt Aktien abstürzen - Perspektiven für langfristige Investoren
Das Coronavirus hat die Börsen mit voller Wucht erfasst. Am 17. März 2020 notiert der deutsche Leitindex DAX bei einem Punktestand von 8.600. Das entspricht einem Kurseinbruch von 38%. Innerhalb weniger Wochen. Ein echter Crash. Ein heftiger Crash. Die Ereignisse überschlagen sich regelrecht. Viele Anleger sind verunsichert. In diesem Artikel möchten wir die Ereignisse für langfristige Investoren einordnen. Fragen klären. Eine Einschätzung geben. Perspektiven aufzeigen.
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1Das Wichtigste zu Beginn: Die Corona-Krise ist lösbar
Gesundheit der Bevölkerung hat Priorität: Derzeit geht es an erster Stelle um eines: Die Gesundheit der Bevölkerung bestmöglich zu schützen. Daher wurden in den letzten Tagen von zahlreichen Regierungen einschneidende Maßnahmen beschlossen. Durch die gesellschaftliche Isolation sollen die Ansteckungsketten durchbrochen werden. Wenn sich die Leute nicht mehr auf der Arbeit, im Restaurant, in den Nachtclubs und in den Fitness-Studios treffen, dann kann auch die Krankheit nicht mehr übertragen werden. Diese einschränkenden Verbote werden in den nächsten Tagen mit hoher Wahrscheinlichkeit noch weiter verschärft werden. Denn noch immer tummeln sich bspw. in Supermärkten große Mengen an Menschen - ohne Mundschutz und ausreichenden Abstand.
Bis die Maßnahmen ihre Wirkung zeigen, werden rund zwei Wochen vergehen: Denn wer bereits angesteckt wurde, braucht unter Umständen so lange, bis die ersten Symptome auftreten. Durch diese Einschnitte soll eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindert werden. Denn wenn sich zu viele Menschen auf einen Schlag anstecken, dann stehen nicht genügend Beatmungsgeräte und Betten zur Verfügung - und die Krankheit verläuft unter Umständen tödlich, obwohl man den Patienten hätte retten können.
Insofern: Ja, die Maßnahmen tun weh. Aber sie sind es wert. Denn sie retten Leben.
Krise auch als Chance sehen: Die Coronakrise hat gezeigt: Wir sind auf den Ausbruch einer Pandemie schlecht vorbereitet. Viel zu spät wurde reagiert. Wichtige Geräte (u.a. zur Beatmung) fehlen. Diese Krise wird uns sehr wehtun. Aber sie bietet auch die Chance, anschließend aus den Fehlern zu lernen. Und bei einer künftigen Pandemie viel früher und entschlossener reagieren zu können. Außerdem kann durch diese Krise viel Neues entstehen. Das Bildungssystem "muss" nun zwangsläufig digitalisiert werden, damit die Schüler und Studenten weiterhin lernen können. Ohne diese Krise hätte es diese Fortschritte wohl erst in vielen Jahren gegeben.
Aktien leiden unter der Unsicherheit: An der Börse herrscht aufgrund der Unklarheit pure Panik. Die Kursschwankungen sind extrem hoch. Keiner kann - Stand heute - seriös einschätzen, wie lange es dauern wird, bis wir zur Normalität zurückkehren können. Wie stark der wirtschaftliche Einbruch sein wird. Wie schnell eine Erholung stattfinden wird. Diese Unsicherheit ist Gift für die Börse.
Medizinisch werden wir die Krise lösen können: Es wird aber einige Zeit dauern. Länger, als die meisten denken. Außer es gibt den medizinischen Durchbruch. Derzeit verschaffen wir uns durch die Isolation eines: Zeit. Wertvolle Zeit, um das Gesundheitssystem aufzurüsten. Schönheitskliniken, Reha-Kliniken usw. werden umfunktioniert. Personal wird geschult. Beatmungsgeräte werden produziert. Auf einen Impfstoff und Medikamente werden wir wohl noch Monate warten müssen. Aber solange die Situation unter Kontrolle bleibt, können die Patienten auch so verhältnismäßig gut behandelt werden.
Irgendwann in den nächsten Monaten wird eine schrittweise Rückkehr des gesellschaftlichen Lebens stattfinden. Die Produktion wird wieder hochgefahren werden. Als Auslöser zu einer Rückkehr sehe ich v.a. die Chance auf die Zulassung von wirksamen Medikamenten bzw. eines Impfstoffes. Historisch gesehen hat es Jahre gedauert, bis Medikamente und Impfstoffe entwickelt werden konnten. Diesmal aber kann die Pharmabranche auf neue Technologien zurückgreifen, die den Forschungsprozess beschleunigen. Außerdem arbeiten aufgrund der Dringlichkeit der Lage besonders viele Menschen gleichzeitig an einer Lösung. Hoffen wir also, dass sich hier in den nächsten Monaten etwas tut. Bis dahin müssen wir ziemlich stark voneinander isoliert bleiben.
Aktien werden in 10 Jahren deutlich höher notieren: Ja, die Aktienkurse sind stark abgerauscht. Ja, die Unsicherheit ist groß. Ja, der wirtschaftliche Schaden wird immens werden. Aber wir haben es nun auch bereits schon Mitte März. Das bedeutet: Seit bereits zwei Monaten wird an Gegenmaßnahmen gearbeitet. Die Forschungen kommen voran. Eines Tages wird unsere Gesellschaft zur Normalität zurückfinden. Die Kunden werden in die Geschäfte zurückkehren. Was sich an unseren Aktien geändert hat, ist das Preisschild. Nicht aber der Eigentumsanteil am Unternehmen. Wenn wir die medizinische Krise gelöst haben, können wir die wirtschaftliche Krise lösen. Dann werden die meisten Unternehmen (es wird Ausnahmen geben) wieder zu ihrer alten Ertragskraft zurückfinden. Und wenn die Ertragskraft wieder da ist, dann spricht auch nichts dagegen, dass der Aktienkurs wieder die alten Hochstände erreichen wird und eines Tages sogar neue Höchststände markieren wird.
Wir haben schon zahlreiche Krisen überstanden: Mehrere Weltkriege mit Millionen Toten. Den kalten Krieg, der beinahe "heiß" geworden wäre. Finanzkrisen und Eurokrisen. Inmitten dieser Krisen schien die Lage jedes Mal aufs Neue aussichtslos. In jeder Krise gab es berechtigte Probleme. Wie auch in dieser Krise. Wer nur auf die Probleme schaut, vergisst die Lösungen.
Die derzeitige Krise kann mit einer Fahrt durch einen langen Tunnel verglichen werden. Jeden Tag kommen wir ein gutes Stück voran. Dem Ende des Tunnels näher. Aber wir sehen das Licht am Ende des Tunnels erst kurz bevor wir den Tunnel verlassen. Obwohl wir einer Lösung täglich näher kommen, sehen wir davon (noch) nichts. Diesen Fakt muss man sich bewusst machen. Wir kommen einer Lösung täglich näher.
Mich würde es nicht überraschen, wenn die Börsen schon wieder zu steigen beginnen, bevor wir den Peak der Erkrankungen sehen. Denn die Börse nimmt die Ereignisse stets vorweg. Die Kurse haben nun bereits fast 40% abgegeben (im DAX). In diesem Kursrückgang ist bereits eine gewaltige Menge Pessimismus enthalten.
2Aktuelle Entwicklungen der Corona-Krankheit sowie des Aktienmarktes
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