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ZEW-Index steigt dank neuer Regierung und abgemilderter US-Zölle – Risiken bleiben

  • ZEW-Index steigt im Mai überraschend um 39,2 Punkte auf 25,2.
  • Neue Regierung und abgemilderte US-Zölle verbessern Wirtschaftsstimmung.

Der ZEW-Index zur Konjunkturerwartung ist im Mai überraschend um 39,2 Punkte auf 25,2 gestiegen. Dies signalisiert eine spürbare Aufhellung der Stimmung in der deutschen Wirtschaft. Ökonomen hatten lediglich mit einem Anstieg auf 16,4 Punkte gerechnet.

Der Stimmungsumschwung ist auf die neue Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz und eine Entspannung im transatlantischen Zollkonflikt zurückzuführen. Präsident Trump hat Strafzölle von bis zu 20 % auf EU-Güter für 90 Tage ausgesetzt, während ein Basistarif von 10 % bestehen bleibt.

Branchen mit hoher Exportabhängigkeit, wie Automobil, Maschinenbau und Chemie, verzeichnen laut ZEW-Präsident Achim Wambach deutliche Erwartungszuwächse. Auch Banken profitieren von Signalen für eine mögliche Lockerung der Finanzpolitik und weiteren Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank.

Mit dem Regierungswechsel sind fiskalische Maßnahmen zur Belebung der Wirtschaft in Aussicht gestellt. Höhere Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung könnten zusätzliche Impulse setzen. Dennoch liegt der Index weiterhin unter dem Niveau vom März.

Das Stimmungsbild bleibt ambivalent. Großunternehmen wie Bayer planen weiterhin Arbeitsplatzabbau. Mercedes-Benz hat im April seine Jahresprognose zurückgezogen, da die Unsicherheit über internationale Handelskonflikte groß bleibt. Der ZEW-Index erfasst Erwartungen, die Realität ist jedoch komplexer.

Quelle: Eulerpool Research Systems