Deutsche Bank und Jeffrey Epstein: Neue Details zur umstrittenen Geschäftsbeziehung
- Jeffrey Epstein lagerte Vermögenswerte in dreistelliger Millionenhöhe bei der Deutschen Bank.
- Die Bank wurde 2020 wegen „erheblicher Compliance-Verstöße“ mit einer Strafe von 150 Millionen Dollar belegt.
Neue Dokumente des US-Finanzministeriums beleuchten die Geschäftsbeziehung zwischen Jeffrey Epstein und der Deutschen Bank. Der verurteilte Sexualstraftäter lagerte zeitweise Vermögenswerte in dreistelliger Millionenhöhe bei dem Frankfurter Geldhaus.
Zwischen 2013 und 2019 unterhielt Epstein mehrere Konten bei der Deutschen Bank. Zu Spitzenzeiten befanden sich dort rund 135 Millionen US-Dollar, der größte Teil seines bei Banken geparkten Vermögens.
Zum 28. Februar 2019 listeten die Dokumente noch rund 48 Millionen Dollar bei der Deutschen Bank auf, verteilt auf 14 Vermögenswerte.
Epstein verfügte neben Bankguthaben über umfangreiche Sachwerte. Sein Gesamtvermögen wuchs trotz seiner Verurteilung im Jahr 2008 weiter an.
Brisant sind Hinweise auf Zahlungen an „scheinbar ausländische Models“, die in bankinternen Präsentationen für die Staatsanwaltschaft aufgeführt wurden. Diese Transaktionen stehen im Kontext der späteren Ermittlungen wegen Menschenhandels.
Die Geschäftsbeziehung hatte erhebliche Konsequenzen für die Deutsche Bank. 2020 verhängte der US-Bundesstaat New York eine Strafe von 150 Millionen Dollar wegen „erheblicher Compliance-Verstöße“.
Vorstandschef Christian Sewing räumte ein, dass die Aufnahme Epsteins als Kunde 2013 ein Fehler war. Die Bank hat seither ihre Kontrollen zur Bekämpfung von Finanzkriminalität verschärft.
Der Fall Epstein wurde für die Deutsche Bank zu einem Lehrstück über Reputationsrisiken im Private Banking. Die Affäre verstärkte den Druck auf die internen Kontrollsysteme des Instituts.
Die veröffentlichten Finanzaufstellungen unterstreichen das Ausmaß der Geschäftsbeziehung und erinnern an die Verknüpfung von finanziellen Transaktionen, Aufsichtspflichten und Reputationsrisiken.