Bitcoin-Flash-Crash: Marktmechanik und institutionelle Abflüsse belasten Kryptomarkt
- Bitcoin fiel nahe der 60.000-US-Dollar-Marke, ausgelöst durch massive Liquidationen und institutionelle Abflüsse.
- Der Kryptomarkt steht an einem neuralgischen Punkt, mit Unsicherheit über die Nachhaltigkeit der aktuellen Erholung.
Der Kryptomarkt erlebte einen abrupten Stimmungsumschwung. Bitcoin fiel nahe der 60.000-US-Dollar-Marke, ein Niveau, das zuletzt im Herbst 2024 im Fokus stand. Massive Liquidationen und institutionelle Abflüsse wirkten als Brandbeschleuniger.
Innerhalb von 24 Stunden wurden Positionen im Volumen von rund 2,6 Milliarden US-Dollar zwangsliquidiert. Der Großteil entfiel auf gehebelte Long-Positionen, was eine Kaskade von Verkaufsorders auslöste.
Solche Kettenreaktionen führen häufig zu Flash-Crashes: extreme Kursbewegungen, ausgelöst durch Marktmechanik. Der Fear-&-Greed-Index fiel auf 5 Punkte – „extreme Angst“.
Ein wesentlicher Treiber sind Kapitalabzüge aus Spot-Bitcoin-ETFs. An zwei Handelstagen flossen über 800 Millionen US-Dollar ab, was zusätzlichen Preisdruck erzeugte.
Analysten verweisen auf nachlassende Nachfrage großer Investoren. Die Kombination aus geringerer Liquidität und institutionellen Abflüssen schafft ein fragiles Gleichgewicht.
Die restriktive US-Geldpolitik und geopolitische Spannungen belasten risikobehaftete Assets. Der parallele Abverkauf an der NASDAQ verstärkt den Druck auf digitale Vermögenswerte.
Mit dem Bruch zentraler Unterstützungen hat sich das technische Bild eingetrübt. Der Bereich zwischen 58.000 und 60.000 US-Dollar gilt als Schlüsselzone.
Viele Marktteilnehmer verzichten auf das „Buy-the-Dip“-Narrativ. Kapitalerhalt dominiert, da niemand in einen intakten Abwärtstrend greifen möchte.
Der Abverkauf erfasste auch große Altcoins. Ethereum fiel unter die 2.000-Dollar-Marke, bevor eine technische Gegenbewegung einsetzte. Ripple zeigte sich volatil.
Börsennotierte Krypto-Unternehmen wie Coinbase verzeichneten zweistellige Kursverluste, ein Spiegelbild der rückläufigen Handelsaktivität.
Nach dem Absturz setzte eine Gegenbewegung ein. Bitcoin notiert wieder oberhalb von 68.000 US-Dollar, Ethereum stabilisiert sich um 2.000 US-Dollar.
Ob es sich um eine nachhaltige Bodenbildung oder eine Short-Covering-Rally handelt, bleibt offen. Entscheidend wird sein, ob institutionelle Abflüsse nachlassen.
Der Kryptomarkt steht an einem neuralgischen Punkt. Vier Monate nach dem Allzeithoch von 126.080 US-Dollar ist die Euphorie einer Phase fundamentaler Ernüchterung gewichen.
Die kommenden Handelstage werden zeigen, ob die 60.000-Dollar-Zone als Unterstützung Bestand hat oder ob der Flash-Crash der Auftakt zu einer tieferen Marktbereinigung war.