US-Wirtschaft schrumpft stärker als gedacht – Konsumausgaben brechen ein, besonders bei Freizeit- und Reisedienstleistungen.
Die US-Wirtschaft ist im ersten Quartal 2025 deutlich stärker geschrumpft als zunächst angenommen. Laut revidierten Zahlen des Bureau of Economic Analysis (BEA) sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf Jahresbasis um 0,5 % – statt wie zuvor gemeldet um 0,1 %. Hauptursache: ein abrupter Rückgang der Konsumausgaben, insbesondere im Dienstleistungsbereich.
Der private Konsum legte insgesamt nur noch um 0,5 % zu – deutlich weniger als die zunächst gemeldeten 1,2 %. Besonders auffällig war der Einbruch bei den Ausgaben für Freizeitdienstleistungen, die einen negativen Beitrag von 0,14 Prozentpunkten zum BIP leisteten. Ursprünglich hatte das BEA in diesem Bereich noch einen positiven Beitrag von 0,04 Punkten ausgewiesen. Damit war der Rückgang der stärkste seit dem pandemiebedingten Schock im zweiten Quartal 2020.
Insgesamt trugen Dienstleistungen lediglich 0,3 Prozentpunkte zum Wachstum bei – ein drastischer Rückgang gegenüber den zuvor gemeldeten 0,79 Punkten. Alle sieben Hauptkategorien von Dienstleistungen wurden nach unten revidiert, darunter auch Ausgaben für Transport und Auslandsreisen.
Ökonomen warnen, dass die Konsumzurückhaltung struktureller Natur sein könnte. „Reiseausgaben und Freizeitverhalten reagieren besonders sensibel auf Stimmungsschocks“, so Ryan Sweet von Oxford Economics. Die von seinem Haus verfolgten Echtzeitdaten zum US-Reiseverhalten zeigten bereits eine spürbare Abkühlung, die sich im laufenden Quartal fortsetzen dürfte.
Die neuen Zahlen relativieren auch die bisherige Einschätzung, wonach außenwirtschaftliche Belastungen – insbesondere durch Zölle der Trump-Regierung – die Hauptursache für die Wachstumsschwäche gewesen seien. Vielmehr scheint die Binnenkonjunktur bereits früh im Jahr unter Druck geraten zu sein – mit Folgen für die gesamte Dynamik des Jahresverlaufs.



