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Trumpf reduziert Stellen aufgrund von Auftragsrückgang

Quelle: eulerpool

Trumpf reagiert auf Auftragseinbruch mit Stellenabbau – allein am Stammsitz in Ditzingen fallen 430 Jobs weg.

Einbrechende Auftragseingänge, rückläufiger Umsatz und ein spürbarer Ergebnisschwund – Trumpf zieht Konsequenzen. Der Maschinenbauer will weltweit rund 1000 Stellen abbauen, etwa 430 davon allein am Stammsitz in Ditzingen bei Stuttgart. Betroffen sind auch die benachbarten Werke in Gerlingen, Höfingen und Hettingen. Gespräche mit dem Betriebsrat laufen, der Abbau soll „sozialverträglich“ erfolgen.

Die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres 2023/24 untermauern die Schwere der Lage. Der Umsatz sank um 3,6 Prozent auf rund 5,2 Milliarden Euro, das Ebit brach um 18,6 Prozent auf gut 500 Millionen Euro ein. Noch deutlicher fiel der Rückgang beim Auftragseingang aus: minus zehn Prozent auf 4,6 Milliarden Euro. Das Unternehmen verfehlte damit die eigenen Erwartungen.

CEO Nicola Leibinger-Kammüller führt die Entwicklung auf Investitionszurückhaltung in Schlüsselbranchen zurück, darunter Halbleiterfertigung und Präzisionsindustrie – traditionell starke Abnehmer von Trumpf-Lasersystemen. „Auch Trumpf kann sich der globalen Konjunkturschwäche nicht entziehen“, so ein Sprecher gegenüber der dpa.

Der Sparkurs ist dabei nicht neu. Bereits im Vorjahr hatte das Unternehmen ein umfassendes Sparprogramm aufgesetzt – Geschäftsreisen, externe Beratung und variable Vergütungen wurden gekürzt. Im Herbst 2023 folgten erste Maßnahmen am Hauptsitz: reduzierte Arbeitszeiten und Gehaltseinbußen für Hunderte Beschäftigte.

Paradox erscheint der Einschnitt vor dem Hintergrund des jüngsten Beschäftigungswachstums. Im Geschäftsjahr 2023/24 hatte Trumpf noch über 650 neue Mitarbeiter eingestellt und beschäftigte zum Stichtag Ende Juni weltweit rund 19.000 Menschen – über 9500 davon in Deutschland.

Trumpf gilt als technischer Vorreiter im Bereich Lasertechnologie und Werkzeugmaschinen – ein Mittelständler im XXL-Format. Doch die zyklische Abhängigkeit von der Industrie trifft das Unternehmen mit voller Wucht. Die strukturelle Anpassung ist damit nicht nur Reaktion auf schwache Zahlen, sondern Ausdruck einer grundlegenden Neuausrichtung.