LIVESo. 14. Juni, 11 Uhr — Michael enthüllt seine Top-Aktien

The Economist: Kritik an Angela Merkels Kanzlerschaft und Deutschlands wirtschaftlicher Lage

Quelle: eulerpool

„The Economist“ kritisiert Angela Merkels Kanzlerschaft scharf und bezeichnet Deutschland erneut als den „kranken Mann Europas“ aufgrund fehlender Reformen, geopolitischer Abhängigkeiten und negativer Auswirkungen auf die europäische Demokratie.

Das renommierte Wirtschaftsmagazin „The Economist“ verurteilt Angela Merkels 16-jährige Kanzlerschaft als Ursache dafür, dass Deutschland erneut zum „kranken Mann Europas“ geworden sei. Noch vor der Veröffentlichung ihrer Memoiren „Freiheit. Erinnerungen 1954–2021“ fällt das Magazin ein scharfes Urteil über die ehemalige Kanzlerin.

Die „Charlemagne“-Kolumne bemängelt, dass Merkels Amtszeit von mangelnden Reformen geprägt war, was zu chronisch unzureichenden Investitionen im öffentlichen Sektor geführt habe. Diese Versäumnisse hätten Deutschland in wirtschaftlicher Hinsicht geschwächt und die Europäische Union belastet. Besonders kritisch wird die geopolitische Abhängigkeit Deutschlands von den USA, dem chinesischen Exportmarkt und russischem Gas hervorgehoben. „Deutschland ist ohne die USA nicht in der Lage, sich zu verteidigen“, heißt es im Artikel, während die fehlende Exportdiversifizierung nach China und die Abhängigkeit von russischem Gas die Industrie gefährden.

Weiterhin wirft die „The Economist“ Merkel vor, den Demokratiezerfall in Ländern wie Ungarn durch mangelnde Kritik an Viktor Orbán begünstigt zu haben. Die Unterstützung von Orbán wurde als „aus Bequemlichkeit“ beschrieben, was die Autokratisierung in der EU förderte. Auch die Flüchtlingspolitik von 2015 wird kritisiert: Obwohl die Aufnahme von Geflüchteten „lobenswert“ sei, habe sie zu einer politischen Gegenreaktion geführt, die den Aufstieg der extremen Rechten in Deutschland und darüber hinaus erleichtert habe.

Der Artikel hebt zudem hervor, dass Merkels Ansatz, Krisen zu „merkeln“ – also abzuwarten und zu sehen – oftmals zu monatelanger Untätigkeit führte. Diese Strategie habe Deutschland in wirtschaftliche und geopolitische Schwierigkeiten geführt, die nun erst wieder behoben werden müssen. „Frau Merkel hat Deutschland wie in einer Scheinwelt geführt und es in ein langes geopolitisches und wirtschaftliches Nickerchen versetzt, aus dem es erst wieder erwachen muss“, lautet das abschließende Urteil.