Die KI-Revolution verschlingt immer größere Summen – und selbst die reichsten Tech-Konzerne stemmen ihre Investitionen zunehmend mit Fremdkapital. Seit September haben Amazon, Alphabet, Meta und Oracle Anleihen im Wert von rund 90 Milliarden Dollar emittiert. Die Märkte beginnen zu hinterfragen, wie tragfähig die Wette auf künstliche Intelligenz wirklich ist.
Noch vor wenigen Jahren war Verschuldung im Silicon Valley ein Warnsignal. Heute emittieren die KI-Schwergewichte Anleihen in Rekordhöhe, weil Rechenzentren, Chips und KI-Modelle enorme Summen kosten. Asset-Manager berichten zwar von hoher Nachfrage, doch die Kurse der neuen Papiere rutschen teils spürbar ab.
Meta musste Anleger zuletzt mit deutlich höheren Zinsen locken – trotz guter Bonität. Die ambitionierten KI- und Metaverse-Pläne verursachen hohen Kapitalbedarf, einige Anleihen fielen im Sekundärmarkt bereits. Noch kritischer ist die Lage bei Oracle: Der Konzern will sich zur KI-Cloud umformen, verbrennt Geld und steht nur knapp über dem Ramschbereich. Entsprechend hoch sind die geforderten Renditen.
Neben den Großen drängen neue Player wie Terawulf, Cipher Mining oder Coreweave in den Markt. Sie finanzieren KI-Rechenzentren mit Hochzinsanleihen – zu zweistelligen Renditen. Verzögerungen bei Projekten führten bereits zu massiven Kursverlusten, während die Verschuldung weiter zunimmt.
Analysten warnen: Werden Anleihen riskanter, geraten auch Tech-Aktien unter Druck – und umgekehrt. Für Bond-Investoren ist das Umfeld besonders heikel, da schon eine Herabstufung schmerzhafte Verluste auslösen kann.
Große Konzerne wie Amazon und Alphabet können ihre KI-Pläne trotz höherer Zinsen fortsetzen. Für kleinere Anbieter aber dürfte der Zugang zu Kapital enger werden. Experten erwarten eine Auslese – nur finanziell solide Projekte überleben. Die KI-Revolution bleibt, doch das Risiko steigt.




