Strategische Entscheidung: Fregattenbeschaffung zwischen F126 und Meko A-200 DEU
- Die Beschaffung neuer Fregatten wird zur industriepolitischen Richtungsentscheidung zwischen F126 und Meko A-200 DEU.
- Die Entscheidung beeinflusst die strategische Positionierung der deutschen Werftindustrie im europäischen Rüstungsmarkt.
Die Beschaffung neuer Fregatten wird zur industriepolitischen Richtungsentscheidung. Das F126-Großprojekt kämpft mit Verzögerungen, während der Bund mit einem Vorvertrag für die Meko A-200 DEU eine Ausweichoption sichert.
Das Bundesamt für Ausrüstung hat mit ThyssenKrupp Marine Systems einen Vorvertrag geschlossen, der vorbereitende Maßnahmen für den Bau der Fregatte Meko A-200 DEU ermöglicht. Der Projektstart ist für Februar 2026 vorgesehen.
Bis zu 50 Millionen Euro sind für erste Beschaffungen und Arbeiten vorgesehen. Ziel ist eine Auslieferung bis 2029 bei raschem Abschluss eines Hauptvertrags.
Die Sorge vor einer Fähigkeitslücke der Marine wächst. Die F126 sollte ab 2028 zulaufen, verzögert sich jedoch mindestens bis 2031.
Die F126 ist eine hochmoderne Mehrzweckfregatte mit Schwerpunkt U-Boot-Jagd. Bis zu sechs Einheiten im Wert von rund zehn Milliarden Euro sind geplant.
Das Problem lag in der Integration der Planungs- und Fertigungssoftware. Damen Naval konnte die Konstruktionsdaten nicht reibungslos übertragen.
Naval Vessels Lürssen meldete einen Durchbruch: Die Migration der Konstruktionsdaten sei gelungen. NVL strebt an, das Projekt als neuer Generalunternehmer zu übernehmen.
Die Meko A-200 basiert auf einer exportierten Plattform und gilt als risikoärmer. Der Bundestag hat einen finanziellen Spielraum von 7,8 Milliarden Euro für eine Alternative zur F126 geschaffen.
Ein Parallelbetrieb beider Programme erscheint unwahrscheinlich. Es läuft auf eine strategische Weichenstellung hinaus: Neuentwicklung mit Risiko oder bewährtes Design mit schnellerer Verfügbarkeit.
Die Entscheidung hat nicht nur militärische, sondern auch industriepolitische Dimensionen. Sie beeinflusst Kapazitätsauslastung und die strategische Positionierung der deutschen Werftindustrie.
Die angespannte Sicherheitslage in Europa erhöht den Zeitdruck. Verzögerungen gelten als sicherheitspolitisches Risiko.
Der Bund versucht, technologischen Anspruch und operative Verfügbarkeit auszubalancieren. Die kommenden Monate werden zeigen, ob NVL das F126-Projekt stabilisieren kann oder ob TKMS mit der Meko A-200 zur bevorzugten Lösung avanciert.
Es geht nicht nur um neue Schiffe, sondern um die künftige Schlagkraft der Marine und die strategische Architektur der deutschen Rüstungsindustrie.