Geely überholt BYD: Chinas Automarkt im Umbruch
- Geely überholt BYD als größter Hersteller Chinas.
- Chinas Automarkt wird zum Schlachtfeld mit Preiskampf und Überkapazitäten.
Der chinesische Automarkt, einst Wachstumsmotor der globalen Autoindustrie, wird zum Schlachtfeld. BYD verliert Marktanteile und wird von Geely überholt. Dies markiert einen strukturellen Wendepunkt für Investoren und internationale Hersteller.
Im Januar 2025 verkaufte BYD 210.000 Fahrzeuge, 30 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Aktie fiel in Hongkong um fast acht Prozent. Der Rückgang ist Teil eines längerfristigen Trends, der den Marktanteil von BYD von 38 auf 26 Prozent sinken ließ.
Besonders problematisch ist die Diskrepanz zwischen Auslieferungen und tatsächlichen Verkäufen. 2025 verkaufte BYD 4,5 Millionen Fahrzeuge an Händler, aber nur 3,5 Millionen an Endkunden. Dies deutet auf erhebliche Lagerbestände hin.
Die Folge sind Rabatte und Margendruck, die den Preiswettbewerb verschärfen. Auch Tesla kämpft mit Absatzproblemen und einer noch größeren Diskrepanz von 37 Prozent. Tesla ist im Ranking der New Energy Vehicles auf Platz fünf abgerutscht.
Der chinesische Pkw-Verband erwartet für 2026 eine Stagnation, die schwächsten Verkaufszahlen seit 2020. In einem stagnierenden Markt wird Wachstum durch Marktanteilsgewinne zulasten anderer erzielt.
Geely profitiert von den Verschiebungen und steigerte seinen Absatz 2025 um 80 Prozent. Mit stabilen Verkaufszahlen im Januar überholte Geely BYD und ist nun größter Hersteller Chinas.
Geely ist breit aufgestellt mit Marken wie Volvo, Polestar und Lotus. 2025 setzte Geely über drei Millionen Fahrzeuge ab, fast doppelt so viele wie Tesla. Das meistverkaufte E-Auto Chinas stammt ebenfalls von Geely.
Technologisch verschieben sich die Gewichte. Geely führt im Innovationsranking Elektromobilität mit 193 Indexpunkten vor Volkswagen und BYD. Weitere chinesische Hersteller wie SAIC holen auf.
Für Volkswagen, BMW und Mercedes ist die Entwicklung problematisch. Der chinesische Markt war lange Gewinnmotor. Bleibt die Markterholung 2026 aus, geraten Margen und Investitionspläne unter Druck.
Der Wettbewerb zwingt zu Preisnachlässen, während lokale Anbieter Kostenvorteile realisieren. Überkapazitäten verschärfen die Lage. BYD reagiert mit verstärktem Auslandsgeschäft, doch das Kernproblem bleibt bestehen.
Der chinesische Automarkt ist kein Wachstumsparadies mehr, sondern ein Hochdrucksystem aus Überkapazitäten und Preiskampf. Selbst Marktführer sind nicht mehr geschützt.
Für Anleger bedeutet das: Die Bewertung chinesischer Hersteller hängt zunehmend von Effizienz, globaler Skalierung und technologischer Differenzierung ab.