Merck & Co. vor Herausforderungen: Patentabläufe belasten Wachstumsausblick für 2026
- Merck & Co. steht vor Herausforderungen durch auslaufende Patente, die den Wachstumsausblick für 2026 belasten.
- Investoren erwarten strukturelles Wachstum, während der Markt sensibel auf schwache Produktpipelines reagiert.
Der US-Pharmakonzern Merck & Co. steht an einem strategischen Wendepunkt. Trotz solider Ergebnisse im vierten Quartal 2025 enttäuscht der Ausblick für 2026 die Kapitalmärkte. Auslaufende Patente, insbesondere beim Blockbuster Januvia, belasten die Zukunftsperspektiven.
Für 2026 prognostiziert CEO Rob Davis einen Umsatz von 65,5 bis 67,0 Milliarden US-Dollar. Diese Prognose liegt unter den Analystenerwartungen von 67,6 Milliarden Dollar. In der Pharmabranche sind solche Abweichungen signifikant, da Investoren strukturelles Wachstum erwarten.
Der Hauptbelastungsfaktor ist das Auslaufen wichtiger Patente, vor allem bei Januvia. Der „Patent Cliff“-Effekt führt zu abrupten Umsatzrückgängen, sobald Generika den Markt betreten und Preisdruck entsteht.
Merck muss erhebliche Mittel in Forschung, klinische Entwicklung und potenzielle Akquisitionen investieren, um die Pipeline zu stärken. Die zentrale Frage ist, ob neue Produkte die Umsatzlücke schnell schließen können.
Im vierten Quartal 2025 zeigte sich Merck operativ robust. Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 16,4 Milliarden Dollar und übertraf die Analystenschätzungen von 16,2 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn lag bei 2,04 Dollar je Aktie, leicht über der Konsensprognose.
Keytruda bleibt ein wichtiger Umsatztreiber. Die hohe Nachfrage unterstreicht die starke Marktposition im immunonkologischen Segment. Doch auch Keytruda nähert sich dem Ende seines Patentschutzes, was die Diversifizierung der Erlösbasis zwingend macht.
Investoren fokussieren sich nun auf die strukturelle Ertragskraft. Der Markt reagiert sensibel, wenn Patentabläufe auf eine schwache Produktpipeline treffen. Der Ausblick für 2026 signalisiert, dass kein klassisches Wachstumsjahr zu erwarten ist.
Merck liefert weiterhin solide Ergebnisse, doch der Kapitalmarkt bewertet die Zukunft. Der gedämpfte Ausblick verdeutlicht die Herausforderungen durch Patentverluste und erhöht den Druck auf das Management, die nächste Wachstumsphase einzuleiten.
Für Anleger bleibt die Aktie ein defensiver Pharmatitel mit starker Onkologie-Position, jedoch mit erhöhtem Übergangsrisiko in den kommenden Quartalen.