Nintendo: Starke Quartalszahlen, aber Aktie bleibt unter Druck
- Nintendo zeigt starke Quartalszahlen, aber die Aktie bleibt unter Druck.
- Wichtiger wird die Transformation von Hardware- in Softwareumsätze.
Der Konsolenzyklus von Nintendo läuft auf Hochtouren. Die Switch 2 zeigt starke Marktnachfrage, doch die Aktie setzt ihre Korrektur fort. Der Kapitalmarkt differenziert zwischen Absatzdynamik und Ertragsqualität.
Nintendo erzielte im letzten Quartal einen Umsatz von rund fünf Milliarden US-Dollar, unter den Analystenschätzungen von 5,45 Milliarden Euro. Trotz eines währungsbereinigten Umsatzwachstums von 86 Prozent blieben die Markterwartungen unerfüllt.
Auf der Ertragsseite überzeugte Nintendo mit einem Nettogewinn von rund einer Milliarde Euro, deutlich über der Konsensschätzung von 920 Millionen Euro. In Yen stieg der Gewinn um 24 Prozent auf etwa 160 Milliarden Yen.
Die Margenentwicklung signalisiert operative Effizienz, getrieben durch eine vorteilhafte Hardware-Software-Mischung und Kostendisziplin in Marketing und Produktion.
Im Quartal setzte Nintendo sieben Millionen Switch-2-Einheiten ab. Seit Markteinführung summiert sich der Absatz auf über 17 Millionen Geräte. Die Prognose von 19 Millionen Einheiten bis Ende März wurde bestätigt.
Auch auf der Softwareseite liefert Nintendo: „Mario Kart World“ verkaufte sich 14 Millionen Mal, „Donkey Kong Bananza“ 4,25 Millionen Mal. Softwaremargen sind strukturell höher als Hardwaremargen.
Die aktuellen Zahlen entkräften kurzfristig die Sorge, dass die Switch 2 an Momentum verlieren könnte. Dennoch verlor die Aktie am Dienstag rund 2,5 Prozent und seit August über 30 Prozent.
Die Gründe liegen weniger in den Quartalszahlen als in der Bewertungsanpassung. Ein Großteil negativer Szenarien ist eingepreist, doch bleibt das Papier volatil.
Nintendo zeigt, dass die Switch-2-Strategie operativ funktioniert. Absatz und Softwareverkäufe sind stark, die Gewinnentwicklung übertrifft die Erwartungen.
Der Kapitalmarkt verlangt mehr als starke Stückzahlen. Entscheidend wird sein, ob Nintendo das hohe Hardwarevolumen in margenstarke Softwareumsätze transformieren kann.
Die Aktie befindet sich in einer technischen Bereinigungsphase. Fundamental bleibt die Plattform intakt, die Bewertung muss sich an der Ertragskraft der kommenden Quartale messen lassen.