Das Münchner Fintech Scalable Capital hat von der Europäischen Zentralbank die Vollbanklizenz erhalten. Damit steht der Neobroker nun offiziell auf einer Stufe mit klassischen Banken – und kann sein Produktportfolio deutlich ausweiten. Für Kunden bringt das sofort spürbare Änderungen.
Ab 1. Oktober verdoppelt Scalable im Free-Modell das Limit für verzinste Einlagen auf 100.000 €. Im kostenpflichtigen Prime+-Modell (4,99 €/Monat) fällt die Grenze komplett weg. Guthaben werden künftig bei der Scalable Bank sowie Partnerbanken wie Deutscher Bank und HSBC verwahrt – mit voller Einlagensicherung. Hintergrund: Bisher nutzte Scalable auch Geldmarktfonds, die nicht abgesichert waren und für Kritik sorgten.
Mit der Lizenz darf Scalable nun auch selbst Kredite vergeben. Wertpapierkredite liegen künftig direkt bei der Scalable Bank, mit Zinsen ab 3,24 % für Premium-Kunden. Perspektivisch sind auch Ratenkredite denkbar – ein Schritt, der das Angebot in Richtung klassischer Banken erweitert. Besonders für Familien interessant: Gründer Erik Podzuweit kündigte an, dass Kinderdepots „in wenigen Wochen“ starten. Bisher konnten Kunden nur eine Warteliste nutzen – Konkurrent Trade Republic war hier schneller. Mit der Vollbanklizenz folgt Scalable dem Rivalen Trade Republic, der diese bereits 2023 erhalten hatte. Beide Fintechs bauen ihre Angebote systematisch in Richtung Universalbank aus, vom Sparprodukt bis zum Kredit. Für Anleger bedeutet das: mehr Möglichkeiten – aber auch mehr Konkurrenz um Vertrauen und Einlagen.




