Auf der Rüstungsmesse Eurosatory bei Paris nutzt der Düsseldorfer Konzern Rheinmetall die Gelegenheit, wichtige Neuigkeiten zu verkünden.
Diese Woche findet die Rüstungsmesse Eurosatory bei Paris statt, ein zentrales Ereignis für die Branche. Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall nutzt die Gelegenheit, um bedeutende Neuigkeiten bekanntzugeben und seine Position auf dem Markt zu stärken.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte mehrfach den dringenden Bedarf an Flugabwehrsystemen zur Abwehr russischer Angriffe. Rheinmetall plant nun, das Flugabwehrsystem "Skyranger" auf Leopard-1-Panzern in der Ukraine zu montieren, um Drohnen abzuwehren.
Björn Bernhard, Leiter Landsysteme bei Rheinmetall, erklärte gegenüber Bild: „Es gibt noch sehr viele Kampfpanzer Leopard 1, auf deren Chassis wir den Turm vom Skyranger mit der Maschinenkanone im Kaliber 35 mm draufsetzen könnten.“
Auf der Eurosatory präsentierte Rheinmetall bereits eine Kombination aus Leopard 2 und Skyranger 35. Dieses Modell integriert neben der Kanone auch Flugabwehrraketen und zeigt damit eine zukünftige Ausrichtung der Flugabwehr.
Rheinmetall und Lockheed Martin stellten eine Weiterentwicklung des Raketenwerfers Himars vor. Der Gmars-Raketenwerfer habe eine Reichweite von etwa 400 Kilometern und könne bis zu zwölf Raketen gleichzeitig fassen, so Rheinmetall-Chef Armin Papperger.
Das System basiert auf einem größeren HX 8x8-Chassis, das zwei Raketenkapseln beherbergt und somit die Feuerkraft in einer Mission verdoppelt.
Zusätzlich unterzeichneten Rheinmetall und das US-Unternehmen Anduril Industries eine Kooperationsvereinbarung. Gemeinsam wollen sie neue integrierte Lösungen zur Abwehr kleinster unbemannter Luftfahrzeuge (Drohnen) entwickeln und produzieren.
Diese sogenannten C-sUAS-Systeme kombinieren Rheinmetalls Skymaster-Führungssystem und Hochleistungsgeschütze mit Andurils KI-Softwareplattform Lattice und modularen Hardware-Komponenten.
Rheinmetall erhielt einen Großauftrag für Artilleriemunition von der Bundeswehr im Wert von bis zu 8,5 Milliarden Euro brutto. Dies ist der größte Auftrag in der Unternehmensgeschichte und umfasst eine erhebliche Erweiterung eines bestehenden Rahmenvertrags. Die Bestellung dient der Aufstockung der Lagerbestände der Bundeswehr und ihrer Verbündeten sowie der Unterstützung der Ukraine.
Die Lieferungen sollen ab Anfang 2025 erfolgen. „Dieser Rahmenvertrag sichert die erforderliche Auslastung des neuen Werks, das wir an unserem Standort Unterlüß in Niedersachsen zur Munitionsversorgung unserer Streitkräfte entstehen lassen“, sagte Rheinmetall-CEO Armin Papperger.
Die Rheinmetall-Aktie zeigte sich am Donnerstag freundlich und gewann via XETRA letztlich 1,72 Prozent auf 496,30 Euro.
Diese Entwicklungen unterstreichen Rheinmetalls Engagement in der Weiterentwicklung moderner Rüstungstechnologien und die Bedeutung des Unternehmens sowohl für die europäische Verteidigungsindustrie als auch für die Unterstützung der Ukraine.



