Der Prothesen-Spezialist aus Niedersachsen will bis Jahresende im Prime Standard in Frankfurt notieren. Mit frischem Kapital soll die Expansion finanziert und die Bilanz gestärkt werden – ein IPO mit Signalwirkung für die deutsche Medizintechnik.
Der Medizintechnikhersteller Ottobock will noch 2025 an die Börse. Geplant ist die Notierung im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse. Neben Aktien aus dem Bestand des Haupteigentümers Näder Holding sollen neue Anteile aus einer Kapitalerhöhung ausgegeben werden. Erwartet wird ein Bruttoerlös von rund 100 Millionen Euro.
Das frische Geld soll dem Unternehmen finanziellen Spielraum verschaffen – sowohl zur Reduzierung von Verbindlichkeiten als auch für künftige Übernahmen. Zudem kündigte das Management an, stärker in neue Technologien zu investieren und die internationale Präsenz auszubauen.
Ottobock ist einer der bekanntesten Hersteller für Prothesen und orthopädische Hilfsmittel weltweit. Mit Sitz im niedersächsischen Duderstadt beschäftigt das Unternehmen rund 9.300 Mitarbeiter und ist in 45 Ländern aktiv. Der Börsengang dürfte international Aufmerksamkeit auf die deutsche Medizintechnikbranche lenken.
Spekulationen über ein IPO hatte es seit Monaten gegeben. Mit dem Schritt an die Börse signalisiert Ottobock nun, dass es das Umfeld für günstig hält – trotz geopolitischer Unsicherheiten und eines schwierigen Marktumfelds für Neuemissionen. Der Erfolg des IPO könnte zum Testfall werden, ob deutsche Börsengänge wieder attraktiver werden.




