Ökonomen erhöhen im neuesten Wall Street Journal Survey ihre Wachstumsprognosen für die Staaten signifikant.
Die jüngste Umfrage des "Wall Street Journal" hat eine steigende Zuversicht unter Ökonomen hinsichtlich der Wirtschaftsaussichten offenbart. Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession im nächsten Jahr wurde von 39% im Januar auf 29% reduziert – der niedrigste Stand seit April 2022. Diese optimistische Sicht wird gestärkt durch die Erwartung, dass das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal dieses Jahres bei inflationsbereinigten 1,4% liegen wird, eine deutliche Erholung gegenüber den früher prognostizierten Wachstumsraten von unter 1% in den ersten drei Quartalen.
Trotz anhaltender Inflation, die eine Reihe von Zinserhöhungen durch die Federal Reserve nach sich zog, hat die US-Wirtschaft weiterhin robuste Wachstumsraten gezeigt. Für das erste Quartal dieses Jahres prognostizieren Ökonomen nun ein Wachstum von 2,2%, eine erhebliche Anpassung gegenüber der früheren Schätzung von 0,9% im Januar. Die Umfrage spiegelt eine anhaltende Erholung wider, mit einem Wirtschaftswachstum von 3,1% im letzten Jahr, auch wenn dieses teilweise durch einmalige Faktoren wie Infrastrukturgesetze und einen Anstieg der Einwanderung begünstigt wurde.
Interessanterweise haben die Ökonomen ihre Erwartungen an die Zinssenkungen angepasst. Vor der Veröffentlichung des jüngsten Inflationsberichts erwarteten sie bis Ende des Jahres durchschnittlich drei Zinssenkungen, während frühere Prognosen vier bis fünf solcher Schritte vorsahen. Die Prognose für das Jahresende sieht nun einen Leitzins von 4,67% vor, was darauf hindeutet, dass die Wirtschaft höhere Zinsen besser verkraften kann als zuvor angenommen.
Die Inflation, insbesondere der vom Fed genau beobachtete Kernindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE), bleibt ein kritischer Faktor. Die Ökonomen erwarten, dass dieser Index bis Ende des Jahres auf 2,5% sinkt, verglichen mit einer Prognose von 2,3% im Januar. Langfristig wird eine Senkung auf 2,1% bis Ende nächsten Jahres erwartet, vorausgesetzt es tritt keine Rezession ein.
Die Befragung unter 69 Ökonomen zeigte auch Besorgnis über potenziell härtere Maßnahmen der Fed, die das Wachstum bremsen könnten. Die Wirtschaft könnte zwar robust genug sein, um mit höheren Zinsen umzugehen, doch das Risiko einer zu straffen Geldpolitik könnte die Wachstumsprognosen belasten. Trotz dieser Bedenken sind einige Ökonomen wie Joe Brusuelas von RSM US optimistisch, dass die US-Wirtschaft in einen „virtuosen Zyklus“ eintreten könnte, in dem starke Produktivität ein Wachstum über dem langfristigen Trend ermöglicht, die Inflation zwischen 2% und 2,5% hält und die Arbeitslosenquote zwischen 3,5% und 4% liegt.




