LIVESo. 14. Juni, 11 Uhr — Michael enthüllt seine Top-Aktien

Novartis plant Übernahme von Avidity Biosciences für 12 Milliarden US-Dollar

Quelle: eulerpool

Der Schweizer Pharmariese Novartis will den US-Biotech-Spezialisten Avidity Biosciences für rund 12 Milliarden US-Dollar übernehmen. Doch an der Börse reagierten Anleger verhalten – die Aktie rutschte am Montagvormittag ins Minus.

Novartis wagt den nächsten großen Sprung ins Biotech-Geschäft. Der Konzern aus Basel kündigte am Sonntagabend an, Avidity Biosciences vollständig übernehmen zu wollen. Das US-Unternehmen mit Sitz in San Diego entwickelt RNA-Therapeutika gegen seltene genetische und neuromuskuläre Erkrankungen – ein Bereich, in dem Novartis seine Position massiv ausbauen will.

Mit der Übernahme will Novartis sein Neurogeschäft stärken. Drei fortgeschrittene Entwicklungsprogramme von Avidity sollen künftig den Grundstein für neue Behandlungen genetisch bedingter Muskelerkrankungen legen. „Das Team von Avidity hat starke Programme mit branchenführender Verabreichung von RNA-Therapeutika an Muskelgewebe aufgebaut“, erklärte CEO Vas Narasimhan. Ziel sei es, „den Krankheitsverlauf für Patienten entscheidend zu verändern“.

Bevor der Deal abgeschlossen wird, soll Avidity seine frühen kardiologischen Projekte in ein neues Unternehmen („SpinCo“) ausgliedern. Der Vollzug der Transaktion ist für das erste Halbjahr 2026 geplant.

Laut Novartis eröffne der Kauf „Marktchancen in Milliardenhöhe“ durch mehrere Produkteinführungen vor 2030. Das jährliche Umsatzwachstum soll im Zeitraum 2024 bis 2029 von fünf auf sechs Prozent steigen. Langfristig erwartet der Konzern ein Wachstum im mittleren einstelligen Bereich.

Die Verwaltungsräte beider Unternehmen haben dem Deal bereits einstimmig zugestimmt. Avidity-Aktionäre sollen eine Übernahmeprämie von rund 46 Prozent erhalten. Bis zur endgültigen Genehmigung bleiben beide Unternehmen unabhängig.

Trotz der strategischen Bedeutung reagierten Investoren skeptisch: Die Novartis-Aktie gab am Montagmorgen an der SIX um knapp ein Prozent nach und notierte bei 103,10 Schweizer Franken. Anleger dürften sich fragen, ob die Milliardenübernahme kurzfristig eher belastet – oder langfristig den nächsten Wachstumsschub bringt.