Nike unter Antidiskriminierungsverdacht: EEOC leitet Ermittlungen ein
- EEOC untersucht mögliche Diskriminierung bei Nike aufgrund von Diversitätsprogrammen.
- Nike kooperiert, sieht jedoch die gerichtliche Anordnung als unverhältnismäßig an.
Die US-Antidiskriminierungsbehörde EEOC hat Ermittlungen gegen Nike eingeleitet. Der Vorwurf lautet, dass das Unternehmen im Rahmen seiner Diversitätsprogramme weiße Mitarbeiter und Bewerber benachteiligt haben könnte. Nike bezeichnet die Untersuchung als „überraschende und ungewöhnliche Eskalation“.
In einem Gerichtsdokument erklärt die EEOC, dass Nike die Herausgabe bestimmter Daten verweigere. Es geht um Informationen zur ethnischen Zusammensetzung der Belegschaft und Teilnehmerlisten interner Förderprogramme.
Die Behörde prüft, ob Diversitäts-, Gleichstellungs- und Inklusionsprogramme (DEI) dazu führten, dass weiße Angestellte oder Bewerber systematisch benachteiligt wurden. Insbesondere wird untersucht, ob diese Gruppe überproportional von Entlassungen betroffen war.
Da Nike einer umfassenden Anordnung nicht vollständig nachgekommen sei, beantragte die EEOC gerichtliche Unterstützung bei einem Bundesgericht in St. Louis.
Nike betont, dass es mit der EEOC kooperiere und bereits Tausende Seiten an Unterlagen bereitgestellt habe. Das Unternehmen halte sich an alle geltenden Gesetze, insbesondere an Antidiskriminierungsvorschriften.
Die Ermittlungen stehen im breiteren politischen Kontext. Diversitäts- und Inklusionsstandards wurden unter Präsident Obama etabliert und unter Biden ausgeweitet. Unter Trump gerieten diese Programme jedoch unter politischen Druck.
EEOC-Chefin Andrea Lucas hatte signalisiert, dass zahlreiche gängige DEI-Programme möglicherweise rechtswidrig seien. Die Untersuchung basiert auf einer „Commissioner’s Charge“, die Lucas im Mai 2024 eigenständig eingeleitet hatte.
Zuvor hatte die Organisation America First Legal während der Biden-Regierung mehrere Beschwerden gegen Großkonzerne eingereicht, darunter auch gegen Nike.
Ob die Ermittlungen zu formellen Klagen oder Sanktionen führen, ist offen. Für Nike bedeutet der Vorgang jedoch bereits jetzt eine juristische und reputative Belastung in einem politisch stark polarisierten Umfeld.