China liefert Seltene Erden, die USA streichen Sanktionen – das fragile Handelsgleichgewicht erhält einen neuen Rahmen.
China wird künftig genehmigungspflichtige Exportanträge für kontrollierte Güter zügig prüfen – die USA heben im Gegenzug gezielte Handelsbeschränkungen auf. Dies bestätigte das chinesische Handelsministerium am Freitag und präzisiert damit ein Handelsabkommen, das auf Verhandlungen in London und einer Präsidenten-Telefonkonferenz am 5. Juni basiert.
Das Abkommen formt den Rahmen für ein fragiles, aber zunehmend strukturiertes Verhältnis zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt. US-Handelsminister Howard Lutnick hatte bereits am Donnerstag erklärt, die Vereinbarung sei zwei Tage zuvor unterzeichnet worden. Sie enthalte insbesondere Pekings Zusage, weiterhin Seltene Erden für Hightech-Industrien wie Windkraft, Luftfahrt und Halbleiter zu liefern.
In Washington wurde das Abkommen als Stabilisierungsschritt gefeiert. Präsident Donald Trump nannte das Resultat „GREAT“, auch wenn es inhaltlich vor allem Punkte kodifiziert, die bereits bei früheren Gesprächen in Genf konsensual beschlossen wurden. Die dort verhandelten Zollsenkungen auf chinesische Exporte wurden bislang nicht vollständig zurückgenommen, doch sollen weitere Handelshemmnisse – etwa im Bereich Software und Energieprodukte – sukzessive fallen, sobald Lieferungen aus China anrollen.
Ein neuralgischer Punkt bleibt die Ausfuhr sogenannter rare earth magnets, deren Lieferzusage aus Peking bislang diffus bleibt. Gleichwohl bezeichnen beide Seiten das Londoner Gespräch zwischen US-Finanzminister Scott Bessent und Chinas Vizepremier He Lifeng als „Fortschritt“. Gleichzeitig lässt Washington durchblicken, dass man in Kürze weitere Abkommen mit zehn strategisch wichtigen Handelspartnern abschließen will.
Begleitend zum neuen Abkommen kündigte China an, den Export zweier chemischer Vorprodukte für Fentanyl stärker zu kontrollieren – ein Schritt, der als diplomatisches Signal an Washington gewertet wird. Die Trump-Regierung hatte Peking im Zusammenhang mit der Opioidkrise mit 20%-Zöllen belegt, die weiterhin in Kraft sind.
Auch der Energiesektor profitiert. Die US-Regierung hat in dieser Woche signalisiert, dass Unternehmen Ethangas nach China exportieren dürfen – allerdings nur mit spezieller Genehmigung zur Entladung. Damit bleiben Druckmittel bestehen, bis Peking seinerseits die Lieferungen seltener Rohstoffe faktisch umsetzt.




