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Neue Gaskraftwerke in Deutschland: Unklarheiten über Kosten und Zeitplan

  • Die Bundesregierung plant Ausschreibungen für neue Gaskraftwerke, doch die Kosten für Stromkunden sind unklar.
  • Der Kapazitätsmarkt wird vorgezogen, um Versorgungssicherheit bei geringer Wind- und Solarproduktion zu gewährleisten.

Die Einigung mit der EU-Kommission ermöglicht der Bundesregierung, Ausschreibungen für zwölf Gigawatt Kraftwerkskapazitäten zu starten. Zehn Gigawatt davon können Gaskraftwerke sein. Die Zustimmung der EU war wegen der geplanten Subventionen erforderlich.

Ursprünglich sollten die Ausschreibungen 2025 beginnen, nun ist von Herbst 2026 die Rede. Auch dieser Zeitplan ist unsicher. Die Bundesregierung kann die Kosten für Stromkunden derzeit nicht beziffern.

Die Finanzierung soll über eine Umlage erfolgen, die ab 2027 eingeführt und ab 2031 erhoben wird. Eine genaue Kostenschätzung ist noch nicht möglich.

Die Energiepolitik hat sich verschoben: Der Kapazitätsmarkt wird vorgezogen, und der Bau neuer Gaskraftwerke ist integriert. Der Kapazitätsmarkt soll grundlastfähige Kraftwerke für Zeiten geringer Wind- und Solarproduktion sicherstellen.

Michael Kellner kritisiert die fehlende Kostenvorstellung der Regierung. Der Strompreis werde steigen. Wichtig sei, den Kapazitätsmarkt nicht zu überdimensionieren und technologieoffen zu bleiben.

Die EU-Regeln erlauben neben Gaskraftwerken auch Speicher und Biomasseanlagen. Kohlekraftwerke sind ausgeschlossen. Die ersten zehn Gigawatt begünstigen Gaskraftwerke.

Der Bedarf an neuen Kraftwerken ergibt sich aus dem geplanten Braunkohleausstieg bis 2038. Diese Kraftwerke sichern die Versorgung bei Dunkelflauten, wenn Wind- und Solaranlagen kaum Strom liefern.

Da diese Kraftwerke nur wenige Tage im Jahr laufen, ist ihr Betrieb nicht wirtschaftlich. Der Staat übernimmt die Finanzierung über den Kapazitätsmarkt. Betreiber konkurrieren um die niedrigsten Subventionsforderungen.

Quelle: Eulerpool Research Systems