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Milliardenprojekt der Bundeswehr: Digitalisierung scheitert trotz Reformen

  • Verteidigungsminister Pistorius' Digitalprojekt droht zu scheitern, während das Ministerium Probleme vertuscht.
  • Die Bundeswehr kämpft mit komplizierten Strukturen und ineffektiven Reformen, die die Einsatzbereitschaft gefährden.

Verteidigungsminister Boris Pistorius will die Bundeswehr bis 2029 kriegstüchtig machen. Doch ein milliardenschweres Digitalprojekt droht zu scheitern. Das Ministerium vertuscht offenbar das Ausmaß der Probleme.

2023 versprach Pistorius klare Führungsstrukturen. Doch die Hierarchie ist komplizierter geworden: Mehr Posten, weniger Expertise. Neue Strukturen lähmen die Entscheidungswege.

Das Rüstungsprojekt „Digitalisierung Landbasierter Operationen“ (D-LBO) soll die Gefechtskommunikation revolutionieren. Ein gescheiterter Feldtest 2025 zeigt jedoch: Das System funktioniert nicht. Die Software ist fehlerhaft, die Bedienung zu komplex.

Das Ministerium behauptet, alles laufe planmäßig. Interne Akten zeigen jedoch Verzögerungen, Mängel und chaotische Zuständigkeiten. Der Kommunikationsplan schützt das Ansehen der Bundeswehr, statt Probleme offenzulegen.

Um Lücken zu überbrücken, setzt die Truppe auf VW-Transporter in Tarnfarben. Dieses Provisorium gilt als sicherheitsgefährdend. Die Umrüstung auf Digitalfunk wird trotz Mängeln fortgesetzt, um Verträge nicht neu verhandeln zu müssen.

Bis Jahresende sollten 433 Fahrzeuge einsatzbereit sein. Anfang September waren erst 41 umgebaut, keines einsatzfähig. Der neue Plan: Ein Mischbetrieb aus analogem und digitalem Funk, um NATO-Verpflichtungen zu erfüllen.

Während Pistorius die Einsatzbereitschaft betont, wächst der Frust in der Truppe. Der Grünen-Abgeordnete Sebastian Schäfer kritisiert Milliardenprojekte als „Augen zu und durch“. Hohe Offiziere werfen Generalinspekteur Breuer Passivität vor.

Die „Zeitenwende“ sollte die Bundeswehr schlagkräftiger machen. Stattdessen fließen Milliarden, doch die Bundeswehr bleibt auf Standby. Ein Beamter spricht von „in Geld gegossenem Scheitern“.

Quelle: Eulerpool Research Systems