LIVESo. 14. Juni, 11 Uhr — Michael enthüllt seine Top-Aktien

Mercedes-Benz übertrifft Erwartungen, Elektroquote hinter Plan

{
"title": "Mercedes-Benz übertrifft Erwartungen, setzt weiterhin auf Verbrenner",
"content": "

1Mercedes-Benz übertrifft Erwartungen, setzt weiterhin auf Verbrenner

Der Autobauer hat strenge Pläne zur Etablierung von vollelektrischen Autos in seinem Absatz verfehlt. Laut internen Plänen sollten im Jahr 2023 über 20 Prozent des Absatzes von Mercedes-Benz mit Stromern erzielt werden. Tatsächlich lag der Elektroanteil im vergangenen Jahr bei nur zwölf Prozent der zwei Millionen ausgelieferten Pkw. Dies bedeutet einen Rückstand von mindestens 168.000 Autos unter Plan. Im Aufsichtsrat wurde CEO Ola Källenius deswegen scharf kritisiert.

Um den Fokus wieder auf verbrennungsmotorische Fahrzeuge zu lenken, hat Källenius nun beschlossen, seine 'Electric-only'-Strategie zu beenden. Anstelle des bisherigen Ziels, ab 2030 ausschließlich vollelektrische Neuwagen zu verkaufen, geht der Manager nun davon aus, dass die Absätze von Stromern und Plug-in-Hybriden zum Ende des Jahrzehnts maximal die Hälfte des Gesamtumsatzes ausmachen werden.

Dieser Schritt geht Hand in Hand mit einer Verlängerung der Laufzeiten wichtiger Verbrenner-Modelle wie der S-Klasse, E-Klasse, GLC oder GLE um zwei bis drei Jahre, sodass sie bis zu zehn statt der üblichen sieben Jahre auf dem Markt bleiben werden.

In seiner Stellungnahme am Donnerstag betonte Källenius weiterhin das Ziel einer vollständigen CO2-Neutralität von Mercedes-Benz in Zukunft. Allerdings zeigt er Verständnis für einen nicht linearen Verlauf dieser Umstellung, wie bei einer Achterbahnfahrt, und die Notwendigkeit von taktischer Flexibilität. Diese Formulierung wird momentan häufig von Källenius benutzt, der zugibt, vor sechs Jahren zu optimistisch bezüglich der Entwicklung der Elektromobilität gewesen zu sein.

Zusätzlich zu den Herausforderungen im Bereich der Elektromobilität, hatte Mercedes-Benz auch im vergangenen Geschäftsjahr Schwierigkeiten zu bewältigen. Lieferprobleme bei wichtigen Modellen und ein schwieriges Marktumfeld haben dazu geführt, dass der Gewinn des Autobauers zurückging. Das Betriebsergebnis (Ebit) sank um 4 Prozent auf 19,7 Milliarden Euro, während der Umsatz leicht auf 153,2 Milliarden Euro stieg.

Die Rendite in der Hauptsparte Pkw ging um 2 Prozentpunkte auf 12,6 Prozent zurück, während die Van-Sparte einen Anstieg des Gewinns um knapp zwei Drittel verzeichnete, was zu einer Marge von 15,5 Prozent führte. Trotz dieser Herausforderungen betonte Källenius, dass die Transformation des Unternehmens weiterhin erfolgreich voranschreite.

Ein Grund für den Rückgang des Gewinns war das Lieferproblem des Zulieferers Bosch, der Probleme mit 48-Volt-Systemen für Verbrennungsmotoren hatte. Dies führte dazu, dass wichtige Modelle wie der GLC und die E-Klasse nicht wie geplant ausgeliefert werden konnten, und die Auslieferung von rund 100.000 Autos auf das Jahr 2024 verschoben werden musste.

Es bleibt abzuwarten, wie viele Kunden diese Verschiebung akzeptieren und wie sich dies auf die Verkaufszahlen auswirken wird. Der CEO von Bosch, Volkmar Denner, verspricht Fortschritte bei der Lösung dieses Lieferproblems, doch der Finanzchef von Mercedes, Harald Wilhelm, bestätigte, dass es auch im ersten Halbjahr 2024 noch Auswirkungen haben wird. Die beiden Unternehmen führen Gespräche auf Vorstandsebene über die Problematik und es ist noch unklar, ob Bosch für den entstandenen Schaden zur Verantwortung gezogen werden wird.

Trotz dieser Herausforderungen übertraf Mercedes