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LVMH stärkt Arnault-Familie: Alexandre Arnault wird stellvertretender Chef von Moët Hennessy

Quelle: eulerpool

LVMH ernennt Alexandre Arnault als stellvertretenden Chef von Moët Hennessy und stärkt so den Einfluss der Arnault-Familie.

LVMH, der weltweit größte Luxusgüterkonzern, hat eine bedeutende Veränderung in seiner Führungsstruktur angekündigt: Alexandre Arnault, der 32-jährige Sohn von Bernard Arnault, wird ab Februar 2024 die Position des stellvertretenden Geschäftsführers im Wein- und Spirituosensegment Moët Hennessy übernehmen. Nach vier Jahren als Vizepräsident beim New Yorker Schmuckhersteller Tiffany, den LVMH 2021 für 15,8 Milliarden Dollar übernahm, wechselt er in die neue Rolle unter der Leitung von Jean-Jacques Guiony.

„Ich freue mich, ein neues Kapitel innerhalb der Weine & Spirituosen von LVMH zu beginnen, obwohl mein Herz immer ein wenig Tiffany-Blau bleibt“, sagte Arnault auf X, der ehemaligen Plattform Twitter.

Der Führungswechsel erfolgt inmitten einer umfassenderen Neustrukturierung bei LVMH, während ältere Top-Manager zurücktreten und die Arnault-Erben zunehmend operative Verantwortung übernehmen. Alexandre Arnaults jüngerer Bruder Frédéric leitet bereits die Uhrenmarken des Konzerns. Beide sind inzwischen Mitglieder des Verwaltungsrats, ebenso wie ihre zwei älteren Geschwister, was Jean, den jüngsten Sohn des 75-jährigen Bernard Arnault, als einzigen ohne Mandat lässt.

Im Zuge der Umstrukturierung bei Moët Hennessy übernimmt Charles Delapalme, derzeitiger Top-Manager bei Dior, das Amt des CEO der Cognac-Marke Hennessy. Diese Marke kämpft mit einer schwächelnden Nachfrage in China und Lagerüberbeständen in den USA. Laurent Boillot, der bisherige CEO von Hennessy, soll neue Aufgaben innerhalb des Konzerns übernehmen.

Die Neuausrichtung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem LVMH eine erhebliche Abkühlung der globalen Nachfrage spürt. Besonders Moët Hennessy verzeichnete mit einem Rückgang von 8 Prozent im organischen Umsatz die schwächste Entwicklung aller Sparten in den ersten neun Monaten des Jahres. Analysten wie Citi haben ihre Erwartungen für die Jahresergebnisse der Branche reduziert und verweisen auf ein verlangsamtes Wachstum in Asien, das auch LVMHs wichtigste Segmente Mode und Lederwaren belastet.

Die Neuaufstellung bei LVMH betrifft zudem andere Schlüsselpositionen: So tritt Guillaume Motte, CEO der LVMH-Kosmetikkette Sephora, in das Exekutivkomitee ein, während sich die langjährige Personalchefin Chantal Gaemperle nach 17 Jahren im Konzern neuen Projekten widmet.

Die LVMH-Aktien legten am Donnerstagvormittag um 0,7 Prozent auf 578 Euro zu und erholten sich leicht von den jüngsten Kursverlusten.