Lufthansa-Aktie im Sturzflug: Piloten stimmen für Streik – Arbeitskampf droht mitten in den Herbstferien Die Passagiere der Lufthansa müssen sich auf neue Flugausfälle einstellen: In einer Urabstimmung hat eine große Mehrheit der Piloten für einen Arbeitskampf votiert. Nun drohen Streiks mitten in der Reisezeit – und die Aktie stürzt um mehr als sieben Prozent ab.
Streikbeschluss mit deutlicher Mehrheit
Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) teilte mit, dass 88 Prozent der Lufthansa-Piloten und sogar 96 Prozent der Cargo-Piloten für einen Streik gestimmt haben. „Das ist ein starkes Signal der Geschlossenheit“, sagte VC-Präsident Andreas Pinheiro. Ein konkreter Streiktermin steht zwar noch nicht fest, doch die Tarifkommission soll in Kürze über das weitere Vorgehen entscheiden.
Betriebsrenten im Fokus – Lufthansa stellt sich quer
Im Kern geht es um die betriebliche Altersvorsorge für rund 4.800 Pilotinnen und Piloten. Die VC fordert eine deutliche Aufstockung der Arbeitgeberbeiträge, während Lufthansa-Chef Jens Ritter dies mit Verweis auf die wirtschaftliche Lage ablehnt. Die Fluggesellschaft befindet sich derzeit in einem strengen Sanierungsprogramm. Lufthansa-Piloten können laut VC dennoch mit Betriebsrenten von über 8.000 Euro monatlich rechnen – zusätzlich zur gesetzlichen Rente.
Strategie sorgt für zusätzlichen Unmut
Zusätzlich verschärft ein geplanter Konzernumbau die Spannungen. Lufthansa will bis 2030 rund die Hälfte der Kurz- und Mittelstreckenjets von Billigtochterfirmen betreiben lassen – mit deutlich geringeren Personalkosten. Gegen diese Pläne wehren sich sowohl die VC als auch die Flugbegleitergewerkschaft Ufo, die ihre Tarifgespräche ebenfalls für gescheitert erklärt hat.
Aktie bricht ein – Anleger fliehen
Die Aussicht auf Streiks und ungelöste Tarifkonflikte sorgte an der Börse für Panik: Die Lufthansa-Aktie stürzte am Dienstag um über sieben Prozent auf 7,21 Euro ab und war damit Schlusslicht im MDAX. Analysten rechnen mit einer ein- bis zweijährigen Übergangsphase mit schwachen Barmittelzuflüssen – und warnen, dass selbst geplante Verbesserungen durch neuen Gegenwind zunichtegemacht werden könnten.




