Nach dem tödlichen Messerangriff auf dem Mannheimer Marktplatz hat das Oberlandesgericht Stuttgart den 26-jährigen Afghanen Sulaiman A. zu lebenslanger Haft verurteilt. Zusätzlich stellte das Gericht die besondere Schwere der Schuld fest, was eine vorzeitige Entlassung praktisch ausschließt.
Am 31. Mai 2024 hatte Sulaiman A. sechs Menschen mit einem Messer attackiert, darunter auch den Polizisten Rouven Laur, der später an seinen Verletzungen starb. Nach Überzeugung des Gerichts handelte der Täter aus islamistisch-extremistischen Motiven: Er identifizierte sich über Jahre hinweg mit der Terrormiliz IS und wollte so viele Islamkritiker und „Ungläubige“ wie möglich töten.
Die Bundesanwaltschaft hatte bereits im Prozess auf eine lebenslange Strafe plädiert. Auch die Nebenkläger, darunter die Familie des getöteten Polizisten, unterstützten die Forderung nach einem harten Urteil.
Sulaiman A., der mit seiner Frau und zwei Kindern in Hessen lebte, war zuvor polizeilich nicht aufgefallen. Seine Asylanträge waren abgelehnt worden, ein Abschiebeverbot stand jedoch im Weg. Der Fall hat eine erneute Diskussion über Abschiebungen von Schwerstkriminellen nach Afghanistan ausgelöst. Die Bundesregierung kündigte infolge der Tat an, solche Maßnahmen künftig wieder zu ermöglichen.



